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Der gemeine Klapp-Bund und was du dagegen tun kannst (WollWissen Folge #1)


Es dir sicherlich auch schon passiert: endlich ist der Cowl oder der Pullover fertig. Du hast die Fäden fein säuberlich vernäht und abgeschnitten und dann....klappt das Bündchen hoch!
Auch nach dem Waschen und Spannen bleibt es einfach nicht da, wo es soll...

Heute erkläre ich dir, wieso das passiert, und was du dagegen tun kannst.

 

Ein Strickstück in Grüntönen, bei dem das Bündchen umklappt, statt ordentlich zu liegen.

(Handgefärbtes Garn im Farbton "Iguana")

 

Wie so klappt das Bündchen um?

Um zu verstehen, wieso das Bündchen gerne mal umklappt, müssen wir uns rechte und linke Maschen genauer anschauen.
Rechte Maschen sehen aus wie ein V. Ihre innere Spannung zieht quasi von oben nach unten.
Linke Maschen wirken wie ein U. Sie brauchen etwas mehr Garn, wie rechte Maschen und ziehen tendenziell eher in die Breite.

Und genau das ist der Grund, warum das Bündchen umklappt.
Egal, ob 2 rechts, 2 links gestrickt, oder eine Runde rechte und eine Runde linke Maschen.
Sobald rechte und linke Maschen aufeinander treffen passt das Gleichgewicht zwischen ihnen nicht mehr.

Die linken Maschen benötigen ein bisschen mehr Wolle und genau dadurch wollen sie sich ausdehnen. Die rechten Maschen können da nicht mitgehen und das Bündchen klappt um.


Was tun gegen den Klapp-Bund?

Um dem Klapp-Bund vorzubeugen, gibt es mehrere Möglichkeiten.
Ich möchte dir 3 davon vorstellen:

Möglichkeit 1: kleinere Nadeln!
In vielen Anleitungen wird empfohlen, das Bündchen mit einer kleineren Nadelstärke zu stricken.
Man wählt in der Regel 0,5mm kleiner.
Dadurch wird das Bündchen schmaler als der Body vom Pullover und wenn nun die linken Maschen in die Breite ziehen, werden sie ungefähr so breit, wie das Gestrick vor dem Bündchen. Nichts klappt mehr um!

Möglichkeit 2: Maschen abheben, statt zu stricken!
In der ersten Bündchenrunde (z.B. 2re, 2li) hebst du die rechten Maschen nur mit dem Faden hinter der Arbeit ab und strickst sie nicht. Die linken werden ganz normal links abgestrickt und können ein bisschen hinter die abgehobenen rechten Maschen rutschen. Sie haben genug Platz, um sich auszudehnen. Achte darauf, dass du den Faden, der hinter der Arbeit läuft, nicht zu eng ziehst, sondern immer locker auf Maschenbreite lässt.
Ab der 2. Runde werden auch die rechten Maschen gestrickt.

Möglichkeit 3: Maschen reduzieren!
In der letzten Runde vor dem Bündchen kannst du einige Maschen abnehmen. Je nach Garnstärke würde ich ca jede 9. und 10. Masche zusammenstricken. Dadurch brauchst du im Bündchen weniger Garn und es zieht nicht so in die Breite.
Wenn du von unten nach oben strickst, schlage weniger Maschen für das Bündchen an und nimm in der ersten Runde vom Body entsprechend zu, damit du auf die gewünschte Anzahl Maschen kommst, die in der Anleitung angegeben ist.
Achte darauf, dass du die Zu- bzw. Abnahmen gleichmäßig verteilst!


Wenn jetzt trotzdem der gemeine Klapp-Bund zuschlägt, kannst du entweder ein längeres Bündchen stricken, um mehr Gewicht zu haben, das das Hochklappen verhindert, du kannst dein Strickstück ins Entspannungsbad geben und dann das Bündchen ordentlich spannen, oder du wählst ein anderes Bündchen (z.B. das doppelte Bündchen).


Ich hoffe, dir hat dieser Beitrag weitergeholfen!

Gibt es Themen, die dich interessieren? Dann lass doch einen Kommentar da :)

Servus,
deine Sonja

Nach dem Stricken ist vor dem Nähen

Fäden vernähen.... mag das überhaupt jemand?
Also ich bin nicht unbedingt der größte Fan davon. Schließlich geistern ja schon 200 neue Ideen im Kopf herum und Strickanleitungen die ausprobiert werden wollen. Und dann kommt dieses leidige Thema "Fäden vernähen" oder "Zusammennähen".

Bereits ganz bald, nachdem ich das Stricken gelernt habe, habe ich beschlossen, keine Stücke zu stricken, die zusammengenäht werden müssen.
Pullover in Einzelteilen sind vielen von uns ein Graus. Und so gibt es doch tolle Teile, die ohne Naht in einem Stück gearbeitet werden. Zum Beispiel der RVO oder RVU, die ihre Form durch die Raglanschräge an der Schulter erhalten.

Viele andere Anleitungen lassen sich mit ein bisschen Grübeln auch dann in einem Stück stricken, wenn sie normal in Einzelteilen gearbeitet werden. So kann man Vorder- und Rückenteil eines Pullovers auch zusammen in Runden stricken. Da muss man dann nur die Rückreihe "umdenken" und als Zwischenrunde zum Muster stricken (aus linken Maschen werden rechte usw.).
Ärmel kann man aus den Randmaschen des Armausschnittes auch aufnehmen und dann in Runden arbeiten. So entfällt zumindest das lästige Zusammennähen!

Aber auch bei Tüchern, Schals, Mützen und dem Raglanpullover müssen aber der Anfangsfaden und das Ende vernäht werden.
Oder wenn ein neues Knäuel angesetzt wird.

Ich versuche, schon während des Strickens einen Teil der losen Fäden einzunähen. Beim Ansetzen eines neuen Knäuels webe ich die Fäden gleich mit ein und der Anfangsfaden wird oft schon nach wenigen Runden Strickstück vernäht. So bleibt nicht alles bis zum Schluss übrig.

Aber eben nicht immer.
Und so hatte ich hier tatsächlich einen mittleren Haufen von Strickstücken, die ich noch versäubern musste.
Tschakka Tschakka! Habe ich mir einen Teil davon geschnappt und am Wochenende im Hotel endlich fertig gemacht :)

 




Es sind:
- Sugar Cone Sweater für meine Mama
- Nautilus Pompilius Tuch für mich
- Cowl of Hope für den Guten Zweck
- Star Wars Mütze für den Guten Zweck (ursprünglich für meinen Bruder geplant, aber zu groß, also darf die Mütze in die Spendenkiste)

Fotos dazu gibt es die nächsten Tage auch auf Instagram @stardysspinnerey

Wie hältst du es mit dem Fäden Vernähen?
Hast du den ultimativen Tipp? 

Servus,
eure Stardy

Raus aus dem Bermuda-Stash

Mein Wollschrank gleicht dem Bermuda-Dreieck.

Da geht ganz viel Wolle rein und kommt nie wieder raus!
Und das, obwohl ich nahezu ausschließlich projektbezogen einkaufe oder für mich färbe.
Aber es gibt so viele tolle Wolle und so viele tolle Anleitungen.
Man bräuchte 8 Arme, wie ein Oktopus, unm das alles in einem Leben zu schaffen.

Aber wir wissen ja alle:
"Wolle und Anleitungen sammeln" und "stricken / häkeln" sidn zwei völlig unterschiedliche Hobbies!

Damit mein Wollvorrat nicht noch größer wird und sich womöglich unkontrollier vermehrt, habe ich mir für mich vor ein paar Jahren eine kleine Challenge überlegt.
Die Stash-Point-Challange.

Im Prinzip geht es ganz einfach, man muss nur ein bisschen diszipliniert dran bleiben.
Und so habe ich tatsächlich bereits 2 meiner Samla-Boxen leer bekommen, obwohl immer wieder neue Wolle dazu kam.

Dafür habe ich mir ein kleines Büchlein zugelegt, in dem ich notiere, was ich gestrickt habe (aber erst, wenn die Fäden vernäht sind!) und was das Strickstück wiegt.
Je verstrickte 10g gibt es einen Punkt. (= 10 Punkte / 100g) Am Ende des Monats wird aufsummiert.

Wenn ich neues Garn kaufen möchte, benötige ich pro 10g aber 2 Punkte! (=20 Punkte / 100g)

 


 

Du siehst, wohin das führt?
Über kurz oder lang musst du doppelt so viel wegstricken, wie du neu kaufen darfst.

Ganz schön gemein, oder?

Im Laufe der Zeit habe ich eine kleine Anpassung für mich vorgenommen, denn hin und wieder verstricke ich auch Lace-Garn. Und da strickt man ja eeeewig!

Dort gehe ich nach Laufmetern vor.
Ist es also doppelt so lang, wie meine durchschnittliche Wolle (die hat um die 400m), gibt es auch doppelt so viele Punkte. 100g Lace (mit 800m) geben also 20 Punkte statt 10 Punkte.

Das Schöne an diesem System ist nicht nur, dass mein Vorrat etwas kleiner geworden ist, sondern auch, dass ich den Überblick habe, was ich eigentlich in diesem oder letzten Jahr gestrickt habe.
Welche Strickstücke mir von der Nadel gehüpft sind, wie viele Gramm und wie viele Meter (oder Kilometer?) ich verarbeitet habe.
Zudem habe ich das Gefühl, dass ich dadurch meine private Wolle noch ein bisschen mehr schätze und der Wert der Kostbarkeiten für mich noch etwas steigt.

Ich hatte mir außerdem noch überlegt, das Büchlein etwas aufzuhübschen und ein kleines Album anzulegen. Ein bisschen wie ein Scrap-Book.
Zu jedem Eintrag ein Foto des Strickstücks und ein Stück des Garns. Vielleicht auch eine Banderole dazu und ein paar Anekdoten. Wo/wann habe ich es gestrickt, gab es da besondere Erlebnisse oder Gedanken beim Stricken? usw.

Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!

Hast du vielleicht ein ähnliches System?
Wie hältst du deinen Stash im Griff oder strickt ihn schnller weg, wie du nachkaufen kannst?

Erzähl doch mal!

Servus,
deine Stardy


Größere Kleidungsstücke aus handgefärbtem Garn stricken - Tipps

Du möchtest ein größeres Kleidungsstück aus handgefärbtem Garn stricken, damit du ein ganz besonderes Unikat für dich hast?

Dabei gibt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten und ich habe hier ein paar Tipps für dich.

Sobald du etwas aus mehreren handgefärbten Strängen stricken möchtest, solltest du die einzelnen Knäule nicht einfach nacheinander wegstricken.
Auch wenn sie aus derselben Charge stammen und also zusammen im selben Färbetopf geschwommen sind, ist jeder Strang ein Unikat.
Der eine lag etwas näher am Topfboden und hat mehr Hitze abbekommen, der andere hat sich eng zwischen die übrigen Stränge geschmiegt und so etwas weniger Farbe aufnehmen können. Dadurch entstehen teilweise deutliche Unterschiede innerhalb einer Charge.
Selbst wenn die Handfärberin den Topf regelmäßig vorsichtig umrührt, bleibt jeder Strangein Einzelstück!

Beim Stricken oder Häkeln eines Pullovers, Cardigans oder eines großen, einfarbigen Tuches solltest du daher darauf achten, dass du nicht erst den einen Strang wegarbeitest und dann den anderen anfügst.
Das kann zu unschönen Brüchen im Gesamtbild führen (siehe Foto; den Pullover habe ich gestrickt, lange vor meiner Zeit als Handfärberin und wusste es nicht besser)


Besser ist es, schon einige Runden vor Ende des ersten Knäules, den zweiten bereits abwechselnd einzustricken. Also immer eine Reihe/Runde vom alten Knäul und eine vom neuen Knäul.
Das würde ich über mindestens 10 Runden so machen, um einen fließenden Übergang zu bekommen.
Ist vielleicht etwas umständlich, aber du möchtest doch sicher viel Freude an deinem fertigen Strickstück haben, oder?
Das verwendete Garn ist übrigens von einer renomierten Handfärberin, nein, Handfärbe-Firma in den USA mit mehreren Angestellten, die mehrere Zehntausend Strang im Jahr verkaufen. Es war aus derselben Färbecharge und mein Pullover liegt nun seit Jahren im Schrank.

Bei einem Pullover oder Cardigan, hebe auch immer ein halbes Knäuel der Passe auf, damit du die Ärmel mit demselben Knäuel anstricken kannst! Ich habe das hier nicht gemacht und bin sehr traurig über den Farbbruch, der auch an den Ärmeln deutlich zu sehen ist.


Wenn du mehrere unterschiedliche Stränge im Set hast, die zusammen einen Farbverlauf geben, empfehle ich das "Einschleichen" des neuen Strangs.

Das bedeutet, das neue Knäul ganz langsam mit einzustricken und das vorherige Knäul langsam raus zu nehmen.
Zum Beispiel so:

 



1 Runde neu, 4 Runden alt
2 Runden neu, 3 Runden alt
3 Runden neu, 2 Runden alt
4 Runden neu, 1 Runde alt
nurnoch neu


Hier siehst du, wie das hellere Garn immer weniger wird und man kann gar nicht ganz genau sagen, ab wo nurnoch das Garn mit dem höheren Petrol-Anteil gestrickt wurde.
 
Möchtest du noch mehr Tipps für das Handarbeiten mit handgefärbten Garnen oder hast Fragen?
Immer gerne her damit!

Servus,
eure Stardy

Monatsmaschen Juli



Ist der Monat schon wieder zu Ende?
Hui, wie die Zeit vergeht!

Diesen Monat war einiges los in der Handarbeitswelt.

Ursprünglich wollte ich an der Tour de Fleece teilnehmen und habe mir bei zwei ganz tollen Handfärberinnen Kammzüge geordert. Es ist ja nicht so, dass ich noch einige Kammzüge, Batts und gefärbte Fasern hier hatte, aber die beiden haben es mir wirklich angetan.
Ich kaufe gern mal fremd, wenn ich Fasermischungen oder Wollarten sehe, die ich unbedingt testen möchte.
Oder wenn ich mich einfach in die Farben verliebt habe!

Bei Anke von Krakenyarns habe ich mir  mehrere Kammzüge in traumhaften Türkis- und Blautönen bestellt.



Stephi von Screaming Colours hatte süße Faser-Sets.
Je 2 Kammzüge zum Thema Frankreich (wo ja die Tour de France stattfindet), zusammen mit passenden Maschenmarkern. Neben "Vin & Frommage" wurden es noch die "Macarons".
Wunderschöne Färbungen!




Aber irgendwie habe ich dann doch weniger gesponnen, als ich vor hatte... Manchmal macht das Leben andere Sachen, als man es geplant hat. Und ich finde, man sollte nichts erzwingen, sondern grade im Freizeitbereich das machen, worauf man grade Lust hat. "Alles kann, nichts muss".       

 

 

 

Und so habe ich dann viel lieber an meinem Pullover weiter gestrickt.
Mir gefällt richtig gut, wie das Muster der Rückseite auch vorne am Saum wieder auftaucht.

Zudem ist er komplett in einem Stück genäht. Ich bin wirklich kein Freund von zusammennähen nach dem Stricken. Die Schultern / Armkugeln sind toll ausgeformt und der Ausschnitt wird parallel zum Raglan gleich mitgestrickt :)


Was mich erstaunt: ich habe deutlich weniger Garn gebraucht, als ich zuvor berechnet hatte.
Ich stricke sehr locker, musste eine Nadelstärke runter gehen und trotzdem zwei Nummern kleiner stricken, um hinzukommen. Allerdings weicht mein Garn auch in der Lauflänge vom Originalgarn ab. Wieder eine tolle Möglichkeit, um mit Maschenprobe und Dreisatz (Grundschulmathe lässt grüßen) eine Anleitung aus nahezu jedem Garn zu stricken.

Mit 2,5 Strang der wunderschönen blauen Wolle bin ich hingekommen!


Die Fäden habe ich sofort vernäht, denn sonst liegt das gute Stück wieder ewig rum.
Gewaschen und gespannt wurde er auch gleich und er ist auch schon verschenkt worden :)

Ich denke, ich werde mir selbst aus den verbleibenden 3,5 Strang Wolle die Langarm-Variante für den Winter stricken.

Planst du schon deine Winter-Garderobe?
Erzähl doch mal!

Servus,
eure Stardy




Monatsmaschen Juni

[enthält Werbung und externe Links aus Überzeugung]

 

Im Mai und Juni bin ich gar nicht so viel zum Stricken gekommen.

Es ist doch recht viel los gewesen.
Obwohl ich mir vornehme, jeden Tag zumindest 30 Minuten zu stricken, klappt das nicht immer.

So habe ich im Mai, pünktlich zum Geburtstag meiner Mama, das wunderschöne Tuch "Whiteout" von Melanie Berg beendet und im Juni dann die Fäden vernäht.


 
 

Gestrickt habe ich es aus einem traumhaften Garn, das zu 100% aus Yakwolle mit ganz leichtem Tweedeffekt besteht. Das Tuch hatte ich euch schonmal kurz im April vorgestellt.
Es hat richtig Spaß gemacht! Die gestreiften Abschnitte in kraus rechts waren schön fernsehtauglich und die Lace-Abschnitte stellten eine tolle Herausforderung dar, ohne allzu schwer zu sein. Mit ein bisschen Konzentration war das gut zu machen.
Mein Tipp für alle Lace Muster: nach jedem Mustersatz einen Maschenmarker setzen!
Davon kann man eh nie genug haben. Und so sieht man gleich, ob sich ein Fehler eingeschlichen hat.
Mir hilft es, denn jeder abgeschlossene Mustersatz, jeder erreichte Maschenmarkierer ist ein kleines Erfolgserlebnis.
Grausam finde ich es, wenn man am Ende einer Reihe mit rund 300 Maschen im Lacemuster merkt, dass es nicht aufgeht, sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat und das Muster jetzt versetzt läuft.



Ich bin kein Fan davon, zurück zu stricken. Erst recht nicht bei Lace-Mustern.
Aber Fehler im Muster finde ich noch schlimmer!
Manchmal geht ein bisschen schummeln. Zum Beispiel, wenn man eine vergessene Zunahme erst in der nächsten Reihe bemerkt.
Dann zähle ich im Muster durch, wo sie hingehört, nehme sie eine Reihe drunter auf und stricke sie hoch (ähnlich wie bei fallengelassenen Maschen).

Aber um das zu vermeiden, nehme ich lieber mehr Marker, als zu wenige.


Im Juni habe ich dann noch einen Pullover angefangen.
Das Modell Cloudesley von Isabell Krämer ist - von vorne gesehen - ein schlichtes, sportliches Modell mit V-Kragen.
Der Rücken jedoch hat ein raffiniertes Muster mit verzopften Hebemaschen. Einfach toll!

Was mir an der Anleitung auch sehr gut gefällt: sie ist komplett ohne Nähte.
Der Pullover wird von oben her in einem Stück gestrickt.
Ähnlich wie ein Raglan, aber doch irgendwie ein bisschen anders.
Er hat tolle ausgeformte Armkugeln und einen integrierten V-Ausschnitt, der gleich mitgestrickt wird.
Der Anfang der Anleitung braucht ein Bisschen Konzentration.
Inzwischen habe ich aber die Ärmelmaschen stillgelegt und es geht einfach nur gradaus nach unten.
Aufpassen muss ich nurnoch beim Rückenmuster.
Es geht über 4 Reihen uns ist total eingängig!


 

Was ich hierbei gelernt habe?
- Ich liebe noch immer Anleitungen, bei denen ich nichts zusammennähen muss
- Für eine Zopfnadel bin ich einfach zu ungeschickt (oder es fehlt die 3. Hand?)
- Ich stricke Zöpfe jetzt wieder ohne Zopfnadel. Sooo easy!


Was gab's sonst noch außer Stricken in der Handarbeitswelt von Stardy?

 


- Ich habe mein Spinnrad nach über 1 Jahr wieder hervor gekramt und ganz viel gesponnen. Insgesammt 200g schwarzes Alpaka, 100g buntes Alpaka und 100g fliederfarbene Merino


- Ich habe endlich meine Webüro umgestellt. Das sind meine 12qm Webstube/Büro, aus denen ich meine kleine Spinnerey hier betreibe. Zusätzlich gibts noch eine Färbeküche im Keller. Da muss ich mal noch ein paar kleinere Reparaturen machen, damit alles hübsch ist.


Habt ihr im letzten Monat etwas besonders hübsches gewerkelt, oder ein altes Hobby nach langer Zeit wieder ausgegraben?
Ich bin mal wieder neugierig! :)

 

Servus,
eure Stardy

Auf den Nadeln im April

[Enthält unbezahlte Werbung, aus Überzeugung]

Viel gestrickt habe ich im April wirklich nicht.
Aber trotzdem möchte ich euch meine Ergebnisse für diesen Monat vorstellen:

Ich stricke nun schon seit Anfang diesen Jahres an meinem White Out von Mairlynd (Melanie Berg). Das Original wird mit etwas dickerer Wolle gestrickt, als ich sie gewählt habe (365m/50g). Ich habe mich für eine noch leichtere, feinere Variante entschieden und ein feines Yak-Garn gewählt, das ich bei der lieben Bianca von Bibis Färbewerkstatt erworben habe. Das Garn hat 450m/50g und besteht zu 100% aus Yakwolle. Mein Tuch wird am Ende knapp über 100g haben, statt der 150g, die das riesen Tuch trotzdem zum Leichtgewicht machen.
Fertig geworden bin ich allerdings nicht. Es fehlen noch 64 Reihen Lace-Teil.
Ich hoffe, damit bis Mitte Mai durch zu kommen.
Die Anleitung ist gut und verständlich geschrieben und die Streifen in kraus rechts sind ideal für Knitflix (stricken am TV). Aber für das Lace-Muster fehlt mir am Abend oft die Konzentration. Und dann will ich nicht nur eine Reihe stricken, sondern am liebsten gleich ein paar.

 



 


Fertig geworden sind meine Regenbogensocken aus meiner neuen Färbung "Dark Rainbow" auf Merino Silk Sock. Diese plastikfreie Wolle nimmt die Farben sehr gut auf und bringt sie traumhaft zum Leuchten. Dazu der Glanz der Seide! Ich wollte unbedingt sehen, wie der Regenbogen aussieht, bevor alle verkauft sind. Die Regenbögen gibt es auch mit Weiß, statt in dunkel.

 

 

Auch viel Freude hatte ich an den kleinen gestrickten Vögeln "Bluebird of Happiness" (gratis bei Ravelry) von Rabbit Hole Knits. Sie verbrauchen keine 10g Wolle und sind so ganz toll für Wollreste geeignet. Gestrickt sind sie in ca 45min. Ein bisschen pfriemelig, so wenige Maschen auf dem Nadelspiel, aber sie machen richtig Spaß :)



Sind die nicht herzallerliebst?
Davon wirds bestimmt noch mehr bei mir geben.


Was es sonst noch gab:

- im Garten weiter gemacht und alles für die Reparatur unseres Gewächshauses vorbereitet, damit die Tomaten endlich raus können

- den Teich geputzt

- Stoffe geshoppt für neue Projekttäschchen

- mich endlich an Sauerteigbrot gewagt. Ich bin begeistert! 




Und jetzt mit neuem Schwung in den Mai!

Servus,

eure Stardy

Drei Färbetechniken - eine Leidenschaft


Nun sind tatsächlich ein paar Jahre ins Land gegangen, seit ich das letzte Mal hier auf dem Blog geschrieben habe.

Aber es war an der Zeit, das gute Stück auszugraben und wieder über meine Leidenschaft zu schreiben.

Diesen Blog hatte ich angefangen, als ich die ersten zaghaften Versuche im Wolle färben unternommen habe. Ich habe viel getüftelt und ausprobiert und es hier dokumentiert.

Begonnen hatte ich damit, mit Ostereierfarbe zu färben. Die Materialien sind günstig zu bekommen oder sogar im Haushalt vorhanden. Auch für Kinder ist das ein toller Spaß! Alles was du dafür brauchst, sind Ostereierfarbe, weiße Färbewolle, Essig, eine Schüssel und eine Mikrowelle (alternativ Backofen).
Man liest immer wieder, diese Farben würden nicht halten. Das kann ich so nicht bestätigen. Meine ersten Färbungen sind nun 3 Jahre alt, wurden zu Socken verstrickt, viel getragen und folglich auch viel gewaschen. Die Farben sind brilliant wie am ersten Tag!




Mein zweiter Färbeversuch waren dann Naturfarben. Mit Walnussblättern oder auch mit Goldrute und Mädesüß. Das hat toll geklappt. Vor allem die Abstufungen der einzelnen Farben, je nach Färbedauer oder ob im ersten oder zweiten Zug gefärbt, fand ich spannend.

 


Aber ich wollte mehr lernen und habe schließlich das Färben mit Säurefarben getestet. Und hier bin ich hängen geblieben. Ich habe mich in diese Färbetechnik verliebt! Ich finde es spannend, welch unterschiedlichen Effekte man erzielen kann, wie die Farben mit einander reagieren und wie die Wolle am Ende aussieht.

 


 

Im Färbekessel sieht sie anders aus, wie nass auf der Leine. Und trocken wirkt sie dann nocheinmal anders! Ich färbe noch immer sehr intuitiv und lasse hier meiner Kreativität freien Lauf. Inzwischen habe ich einige wenige Farben als festen Standard in meinem Shop, die ich auch auf verschiedenen Garnen anbiete (denn inzwischen gibt es schon lange nicht nur Sockenwolle, sondern auch Lacegarn, Alpakawolle, Bio Merinowolle und weitere). Die meisten Färbungen gibt es jedoch in kleinen Mengen.

Ich färbe normalerweise 10 Strang und wenn die weg sind, dann gibt's was neues.
Ich hätte nie gedacht, dass ich tatsächlich mal 10 Strang Wolle verkaufe. Oder gar mehr! Inzwischen wurde aus diesem Hobby ein kleines Gewerbe, das mir richtig Freude bringt!

Servus,
eure Stardy


Oktobermaschen


Oktobermaschen



Es wird Zeit für eine neue Kategorie hier in meinem Blog.



Ich möchte euch am Anfang jeden Monats vorstellen, was ich im letzten Monat gestrickt habe. 

Damit verfolge ich zwei Ziele. Zum einen bringe ich mich dadurch dazu, regelmäßiger zu posten, damit ihr auch immer was zum Lesen habt. Zum anderen möchte ich euch gern motivieren und euch anregende Ideen bieten, die ihr vielleicht auch umsetzen könnt?




Im Oktober habe ich mich hauptsächlich mit kleinen Strickprojekten beschäftigt. Mein Hauptjob schluckt im Moment viel Zeit und so sind die meisten Maschen auf der täglichen Zugfahrt von den Nadeln gehüpft. Ich habe mir vorgenommen, meinen Stash deutlich zu reduzieren, denn ich habe einfach zu viel Wolle. Was??? Zu viel Wolle? Das geht?? Ja. Irgendwie schon. Ich finde immer so tolle Projekte, dabei möchte ich erst einmal das Material wegstricken, das zu Hause liegt.

Zum Stash-Abbau habe ich eine geniale Methode auf einem anderen Blog gefunden. Aber das verrate ich euch später.

Mit meinen Oktobermaschen habe ich versucht, mal einige Sockenwoll-Reste hübsch an den Fuß zu bringen. Dabei sind 5 Paar Kindersocken unterschiedlicher Art in den Größen 22-25 entstanden.


Was mir dabei aufgefallen ist:
es gibt unheimlich viele Möglichkeiten, auch die kleinsten Reste wegzustricken. 
Für Kindersocken braucht man wirklich nicht viel Wolle. Und zwei unterschiedliche Farben kann man auf vielerlei Arten kombinieren.
Ich habe mich zum einen an verschiedenen Streifen-Kombinationen versucht. Zum andern habe ich das Broken-Seed-Stitch Muster ausprobiert. Es wirkt absolut raffiniert, ist aber kinderleicht zu stricken!
Blockstreifen, verschieden breite Streifen, Gum-Gum-Socken... es gibt so viele, einfache Möglichkeiten. Echt toll, was Wolle kann :)

Aber schaut selbst: 





Handgefärbte Sockenwolle

Ich hatte mich ja schon länger in das Thema "handgefärbte Wolle" eingelesen. Es gibt wirklich begabte Handfärber und Handfärberinnen, die mit Hingabe Farbe auf Wolle zaubern. Mit Begeisterung habe ich mir ihre Blogs, Shops, Instagram-Accounts und Facebook-Beiträge angeschaut. Und der Gedanke reifte: "Das will ich auch können!"
Doch wo anfangen?
Ungefärbte Wolle zum Bebunten war schnell gefunden und bestellt. Da ich viele Socken stricke und davon auch einiges an Stricksocken für Rheinberg e.V. spende, habe ich mich für Sockenwolle entschieden. Sollte das Ergebnis nicht ganz den Vorstellungen meines Kleiderschrankes entsprechen, so könnte man daraus sicherlich trotzdem einen dankbaren Abnehmer finden. Das soll nicht heißen, dass "unbeliebte" oder gar "hässliche" Wolle als Spende an den Verein geht, sondern vielmehr, dass man über den Verein so viele verschiedene Menschen und ebenso viele verschiedene Geschmäcker findet, dass sie sicherlich irgendwem da draußen gefällt.


 

Eine gewisse Grundästhetik sollte aber natürlich auch beim Wolle Färben beachtet werden. ;-)
Ich versuche prinzipiell, alles so zu gestalten, dass auch ich es gerne tragen oder verarbeiten würde. Aber ich glaube, so geht es vielen Menschen in der Kreativszene, oder?
Egal, ob stricken, nähen, häkeln, spinnen, filzen, färben oder sonst was: ich bin ein bisschen perfektionistisch veranlagt. Und halb-schön oder geht-so gibt es nicht. Ganz oder gar nicht. Mach es richtig, oder lass es. Und lächeln nicht vergessen :)




Und so habe ich mich durch verschiedene Blogs, Bücher und Rezeptsammlungen gewälzt um zu entscheiden, wie ich als Anfänger starten möchte.
Naturfarben und Pflanzenfarben interessieren mich genauso wie Säurefarben. Der Garten ist groß, die Natur um uns herum bietet allerlei Färbematerial. Solarfärbung wird neben der "normalen" Färbung im Kochtopf sicher auch ausprobiert.


Nach reiflicher Überlegung, etwas chaotischer Vorbereitung (mal wieder eine "Ich mach das jetzt oder nie"-Aktion am Wochenende) sind dann auch die ersten handgefärbten Stränge entstanden.
Und was soll ich sagen? Die Farben sind einfach traumhaft. Ich liebe die Leuchtkraft und ihre Intensität. Beim Wollhändler finde ich oft nur sehr gedeckte Sockenwolle. Aber hier kommt endlich mal Farbe an den Fuß!
Ich muss zugeben, die Farbkombinationen sind teilweise gewagt, aber sie kommen genau so auch in der Natur vor. Auf einer bunten Blumenwiese zum Beispiel. Auch an Sprenkeln, wie sie grade total "in" sind, habe ich mich ganz dezent versucht. Schaut mal hier:




Wie gefallen euch meine Stränge? Jeder ist ein Unikat und kann (zum jetzigen Zeitpunkt) günstig in meinem Shop erworben werden.

Über einen Kommentar, Tipps und Hinweise würde ich mich sehr freuen!

[enthält unbezahlte Werbung für meinen Shop]

Menschlichkeit zur kalten Jahreszeit

Wie sich das Leben manchmal ändert. Und wie Handarbeiten und selbst gestrickte Socken hier Hilfe leisten. Für Obdachlose und Kinder in schwierigen Lebenssituationen. 

Für mehr Menschlichkeit.  



So schnell kann’s gehen!


Der Sommer ist vorbei, der Herbst hat uns mit großen Schritten eingeholt und ganz bald ist auch der Winter da.

Für viele Menschen in Deutschland fühlt es sich jetzt schon an, wie Winter. Grade dachte ich: wenn ich morgens um 6:00 am Bahnhof stehe und friere, wie mag es dann all denjenigen gehen, die die ganze Nacht am Bahnhof verbracht haben? Oder unter einer Brücke, oder auf einer Parkbank?

Wie mag es all denjenigen gehen, die keine Möglichkeit haben, sich in ein warmes, schützendes Haus zurück zu ziehen? Die Wind und Wetter ausgesetzt sind?

Manch einer da draußen denkt vielleicht: „Die Obdachlosen sind selbst schuld an ihrer Situation“ oder: „Sollen sie doch in eine Notunterkunft gehen!“

Aber weder das eine, noch das andere trifft auf alle zu, vermutlich nicht mal auf 10%...

Über die Schuldfrage möchte ich hier jetzt gar nicht schreiben. Es gibt viele Gründe, warum sich das Leben manchmal ändern kann. Und es kann jeden von uns treffen. Verlust der Arbeit, Schulden, Krankheit, Schicksalsschläge…. So schnell kann’s gehen!

In Sachen Notunterkunft möchte ich nur Folgendes in den Raum stellen:

Man stelle sich einfach mal selbst die Situation vor, mit 5-15 anderen auf engstem Raum die Nacht verbringen zu müssen. Keine Privatsphäre, kaum Ruhe. Um einen herum Schnarchen, Husten, Gemurmel. Ich selbst ertrage ja kaum die Jugendherberge oder gar das Matratzenlager auf Wanderhütten oder Pilgerwegen…..


Gegen das Problem selbst können wir, mit unseren derzeitigen Mitteln nicht viel ausrichten, aber gegen die Symptome kann man ankämpfen.




Die Symptome der Obdachlosigkeit sind unter anderem Kälte und Alleinsein, das fehlende Gefühl von Geborgenheit. Und genau da setzt Stricksocken für Rheinberg e.V. an. Das ganze Jahr über haben die rund 120 Frauen und Männer rund um Sabine Baier Socken gestrickt und an die Sammelstelle des Vereins geschickt. Was als frommer Wunsch begann, 100 Paar Wollsocken bis Weihnachten 2017 für Obdachlose im rheinisch-bergischen Kreis zusammenzubekommen, hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt. Es ist schon beinahe eine Bewegung daraus geworden! Inzwischen sind über 2.700 Paar handgestrickte Wollsocken bei Sabine Baier eingetroffen. Beinahe täglich schleppt der Paketbote mehrere Pakete bis vor die Wohnungstür, die zugleich der Eingang zur „Vereinszentrale“, zum „Logistikknotenpunkt“ und vor allem zum „Herz“ des Vereins ist.




Sabine packt aus, fotografiert die Socken, schreibt Blogeinträge und Dankesworte (nachzulesen hier). Danach werden sie nach Größe sortiert und mottensicher verpackt. Den Sommer über haben die Socken im Dornröschenschlaf geschlummert. Jetzt, im Herbst, ist es an der Zeit, sich auf die Socken zu machen. Sie werden wieder ausgepackt, entsprechend verschiedener Bedarfslisten zu Spendenkisten zusammengestellt und von Sabine Baier und ihrem Mann Thomas zu den jeweiligen Empfängergruppen und –Vereinen gefahren. Inzwischen sind es nämlich mehrere. Neben dem Rheinisch-Bergischen Kreis gehen inzwischen auch Spenden nach Schwerte, Köln, Dortmund, und viele andere Orte. Auch stehen nicht mehr nur Obdachlose auf der Liste der Empfänger, sondern auch Kinderhospize, Kinderheime, ein Jugend- und Kinderdorf für junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Viele unterschiedliche Füße werden bestrickt. Groß, klein, männlich, weiblich, gesund, krank, mit Familie, oder allein. Alle bekommen das gleiche: Wärme, Geborgenheit. Das Gefühl „Da hat jemand an mich gedacht!“







Und so macht sich heute wieder ein Paket von mir auf den Weg zu Sabine. Nur wenige Paar, aber jedes Paar hilft!

Du möchtest auch helfen? – Strick doch einfach mit!

Du kannst keine Socken stricken? – Kein Problem, wir nehmen auch Schals, Mützen, Stulpen,…

Du kannst gar nicht stricken? – Spende Sockenwolle! Auch angebrochene Knäuel, die schon länger bei Oma rumliegen und auf eine neue Bestimmung warten, sind gerne gesehen!

Du hast keine Wolle? – Auch Geldspenden, für Portokosten oder Info-Flyer, kommen zu 100% an. Jeder Cent hilft <3

Weiter Infos gibt’s auf der Spenden-Infoseite

Eure Stardy


Aktuell

Wichtige Änderungen ab 15.Juni 2025

Liebe Schläufchenpiekser, verehrte Kunden, seit 01.04.2025 ist die Wolle mein Haupterwerb, mein Brotjob, und nicht mehr ausschließlich Herze...