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Monatsmaschen Juli



Ist der Monat schon wieder zu Ende?
Hui, wie die Zeit vergeht!

Diesen Monat war einiges los in der Handarbeitswelt.

Ursprünglich wollte ich an der Tour de Fleece teilnehmen und habe mir bei zwei ganz tollen Handfärberinnen Kammzüge geordert. Es ist ja nicht so, dass ich noch einige Kammzüge, Batts und gefärbte Fasern hier hatte, aber die beiden haben es mir wirklich angetan.
Ich kaufe gern mal fremd, wenn ich Fasermischungen oder Wollarten sehe, die ich unbedingt testen möchte.
Oder wenn ich mich einfach in die Farben verliebt habe!

Bei Anke von Krakenyarns habe ich mir  mehrere Kammzüge in traumhaften Türkis- und Blautönen bestellt.



Stephi von Screaming Colours hatte süße Faser-Sets.
Je 2 Kammzüge zum Thema Frankreich (wo ja die Tour de France stattfindet), zusammen mit passenden Maschenmarkern. Neben "Vin & Frommage" wurden es noch die "Macarons".
Wunderschöne Färbungen!




Aber irgendwie habe ich dann doch weniger gesponnen, als ich vor hatte... Manchmal macht das Leben andere Sachen, als man es geplant hat. Und ich finde, man sollte nichts erzwingen, sondern grade im Freizeitbereich das machen, worauf man grade Lust hat. "Alles kann, nichts muss".       

 

 

 

Und so habe ich dann viel lieber an meinem Pullover weiter gestrickt.
Mir gefällt richtig gut, wie das Muster der Rückseite auch vorne am Saum wieder auftaucht.

Zudem ist er komplett in einem Stück genäht. Ich bin wirklich kein Freund von zusammennähen nach dem Stricken. Die Schultern / Armkugeln sind toll ausgeformt und der Ausschnitt wird parallel zum Raglan gleich mitgestrickt :)


Was mich erstaunt: ich habe deutlich weniger Garn gebraucht, als ich zuvor berechnet hatte.
Ich stricke sehr locker, musste eine Nadelstärke runter gehen und trotzdem zwei Nummern kleiner stricken, um hinzukommen. Allerdings weicht mein Garn auch in der Lauflänge vom Originalgarn ab. Wieder eine tolle Möglichkeit, um mit Maschenprobe und Dreisatz (Grundschulmathe lässt grüßen) eine Anleitung aus nahezu jedem Garn zu stricken.

Mit 2,5 Strang der wunderschönen blauen Wolle bin ich hingekommen!


Die Fäden habe ich sofort vernäht, denn sonst liegt das gute Stück wieder ewig rum.
Gewaschen und gespannt wurde er auch gleich und er ist auch schon verschenkt worden :)

Ich denke, ich werde mir selbst aus den verbleibenden 3,5 Strang Wolle die Langarm-Variante für den Winter stricken.

Planst du schon deine Winter-Garderobe?
Erzähl doch mal!

Servus,
eure Stardy




Dreieckstuch Percurso von Jennifer Ruschinski

[unbezahlte Werbung, da Markennennung]

Die Wolle für das wunderschöne Tuch "Percurso" lag schon seit einiger Zeit bei mir zu Hause. Aber wie das nunmal so ist, man findet nicht die Zeit oder die Muse, ein bestimmtes Projekt anzufangen. Schuld daran ist oft das Internet. Geht es euch auch so? Ihr stöbert bei Ravelry, Facebook, Instagram und Pinterest und findet so viele schöne Anleitungen. Fleißig wird alles abgespeichert, ausgedruckt, vielleicht sogar schon die Wolle im Lieblings-Wolladen dafür besorgt.
Und dann.... fehlt einfach die Zeit.

Da meine To-Do-Liste vermutlich bis ins Jahr 2037 reicht, war es an der Zeit, mal ein Stückchen davon abzubauen. Und so nahm ich mir die wunderbare Baby Merino von Pascuali Filati Naturali mit in den Urlaub.


Das Garn strickt sich mit den Metallnadeln Zing von KnitPro angenehm schnell und die Farben sind einfach wunderschön.
Ich habe mich für hellblau, dunkelblau, taubengrau und die Trendfarbe petrol entschieden. Mit Nadelstärke 3,5 verarbeitet, hat das Strickstück einen angenehm weichen Griff und fällt schön.

Nun genug zum Garn. Wenden wir uns der Anleitung zu.
Diese ist sehr raffiniert aufgebaut, aber doch für mäßig fortgeschrittene Stricker/innen zu schaffen. Die Mustersätze sind einprägsam, ich habe mir trotzdem nach jedem Mustersatz einen Maschenmarkierer gesetzt. In meinem Fall waren es Büroklammern, die in der Ferienwohnung lagen, denn ich hatte nicht genügend Maschenmarkierer mit. Man muss nur kreativ sein und sich zu helfen wissen :) Das Setzen der Maschenmarker war nur eine Vorsichtsmaßnahme und nicht unbedingt nötig. Aber ich hatte einfach keine Lust, eventuell zurückstricken zu müssen.

Angefangen wird mit dem eingesetzten Lace-Dreieck des Tuchs. Verschiedene Muster, die fließend in einander übergehen und ein schönes Gesamtbild ergeben, werden in 4 verschiedenen Farben abwechselnd gestrickt. Jede Farbe taucht zwei mal auf. Diesen Mittelteil kann man auch in einer einzigen Farbe stricken, es ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, weil eben die einzelnen Musterabschnitte aufeinander abgestimmt sind. Ich habe mich jedoch für die mehrfarbige Variante entschieden.




Ist das Herzstück des Schultertuches gestrickt, werden die Seitenteile, ich nenne sie "Flügel", rechts und links angestrickt. Dadurch ergibt sich ein Wechsel im Fadenlauf, bzw der Strickrichtung, was einen tollen Effekt ausmacht. Am Ende wird über beide Flügel noch eine Lace-Kante gestrickt, die der sportlichen Wolle einen eleganten Touch verleiht.



Ich war ganz überrascht, wie schnell dieses Dreieckstuch gestrickt war. Es wirkt aufwändig und einzigartig, ist aber für einen ambitionierten Anfänger auf dem Weg zum Fortgeschrittenen gut zu schaffen. Von meinem Gefühl her Schwierigkeitsgrad 2 von 5.
Alles in allem habe ich für das Tuch 5 Tage gebraucht. Ok ok, ich hatte Urlaub und habe quasi den ganzen Tag nur gestrickt. Aber trotzdem bin ich ein bisschen stolz, dass das so schnell ging.
Mein Projekt bei Ravelry findet ihr hier. 




Ich werde ganz bestimmt noch ein Percurso in apricot-koralle-rosa-grau stricken.
Im Büro wurde ich bereits auf das Tuch angesprochen. Und durch die temperaturausgleichende Merinowolle von Pascuali ist es sogar sommertauglich.

Danke an Jennifer für die Tolle Anleitung!
Zu ihrem Blog geht es hier. Sie freut sich bestimmt, wenn ihr mal vorbei schaut. 


Zealana Luxuria Air

[unbezahlte Werbung, da Markennennung]

Zealana Luxuria Air - Ein Traum aus Cashmere, Seide und.... Opossum

Neuseeländische Wolle aus Seide, Cashmere und Opossum ergibt ein Paar Handstulpen. Artenschutz und Sicherung eines Ökosystems mit traumhaft wolligen Nebenwirkungen.


Manchmal darfs ein Bisschen mehr sein.
Ich habe mir in der Woche vor Weihnachten eine Kleinigkeit gegönnt, die ich schon länger ausprobieren wollte.
Die Zealana Luxuria Air!

Angefangen hat alles damit, dass ich zum Jahreswechsel 2000 / 2001 für 5 Wochen an einem Schüleraustausch in Neuseeland teilgenommen hatte.
Dort entdeckte ich in einem Laden einen Pullover mit Opossum-Wolle. So etwas leichtes, weiches hatte ich noch nie in der Hand. Ich probierte den Pullover an und wollte ihn am liebsten gleich mitnehmen. Aber wie das nunmal so als 17-jährige Schülerin ist: das nötige Kleingeld für dieses Luxusgut fehlte (in meiner Erinnerung waren das um die 250 NZ$).

Und so blieb der Traum vom Opossum-Pullover ein Wunschtraum.

Vor Weihnachten entdeckte ich bei meinem Lieblings-Wolldealer "Die Mercerie" die Zealana Luxuria Air in einem wunderschönen, gedeckten Weinrot. Und sie hüpfte einfach in meinen Einkaufskorb!

Die Wolle besteht aus 40% Cashmere, 40% Opossum-Haar und 20% Maulbeerseide.
Ein leichter, weicher Traum!
25g haben eine Lauflänge von 175m.
Ein Knäuel reicht gut für ein Paar Handstulpen, die ich gerade arbeite. 



Die Besonderheit an dieser Wolle:
Sie ist leichter und wärmer als reines Cashmere. Und sie neigt quasi nicht zum unschönen Pilling.

Doch was ist eigentlich Opossum?
Das Opossum zählt zu den Beutelratten. Das hier verwendete Haar stammt vom "brushtail possum", zu deutsch "Fuchskusu", einem nachtaktiven, in Neuseeland invasiven Tier, dass das Ökosystem dort massiv bedroht. Das Opossum wurde zur Pelzgewinnung bis 1920 in Neuseeland eingeführt. Die damals 600 Tiere haben sich - aufgrund fehlender Fraßfeinde- zu inzwischen 70 Millionen Tieren vermehrt. Diese fressen die Eier und Küken der flugunfähigen Kiwi-Vögel, bodennistender Papageienarten und anderer, vor allem am Boden lebenden Vogelarten, die nur in Neuseeland vorkommen. Deren Bestände haben sich inzwischen drastisch reduziert, einige davon stehen inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.
Aus diesem Grund werden die Bestände des Opossums in Neuseeland gezielt kontrolliert, das ausgebürstete Fell zu Garn versponnen. 

Die Luxuria Air verstrickt sich sehr leicht und angenehm, auf den Nadeln ist sie wie ein leichtes Lüftchen, eine flauschige Wolke, sie hat quasi kein Gewicht. Meine Maschenprobe von 10 x 10 cm wiegt nichtmal 1g.
Das Strickbild (hier mit NS 4) gefällt mir sehr gut. Falls ich jedoch irgendwann einmal einen Pullover daraus stricken würde (ein Traum aus 250g), so würde ich vermutlich NS 3 wählen.


Aktuell

Wichtige Änderungen ab 15.Juni 2025

Liebe Schläufchenpiekser, verehrte Kunden, seit 01.04.2025 ist die Wolle mein Haupterwerb, mein Brotjob, und nicht mehr ausschließlich Herze...