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Snowdyed Garne – Wolle färben mit Schnee

Schon lange fasziniert mich das Thema „Färben mit Schnee“ und als es Anfang Dezember 2023 bei uns etwa einen Meter Schnee hatte, habe ich die Gelegenheit ergriffen und mich endlich den schneegefärbten Garnen gewidmet. Das Tolle am Wolle Färben mit Schnee ist, dass man nie so ganz genau weiß, wie die Farbe am Schluss raus kommt. Es ergeben sich einmalige Effekte und die Farben gehen in Schichten übereinander ins Garn. Es entstehen vor allem marmorierte Garne und Chamäleon-Färbungen
Heute möchte ich euch erklären, wie ich vorgegangen bin und was das Besondere an schneegefärbter Wolle ist.

 

Für das Färben mit Schnee benötigt man einige Dinge:
Schnee (wer hätte es gedacht!)
ungefärbte Wolle im Strang
Säurefarben für Wolle
Salz
Zitronensäure
Ein flaches Gefäß, in dem die Wolle gefärbt wird.

Alle Behälter und Werkzeuge sollten ausschließlich fürs Wolle Färben verwendet werden und danach keinesfalls mit Lebensmitteln in Berührung kommen.
Für den persönlichen Schutz empfehle ich zudem Gummihandschuhe und eine Atemmaske, den Färbestaub reizt die Atemwege.

 


Zur Vorbereitung ziehe ich jeden Strang auf einen wiederverschließbaren Kabelbinder auf, damit sich nichts verheddert.
Dann werden die Wollstränge nebeneinander in das flache Gefäß gelegt, so dass jeder ein bisschen Platz hat.
Ich verwende zum Färben immer Gastro GN-Behälter der Größe 1/1 mit 6,5 cm Tiefe. In diesen Behältern haben 5 Strang Wolle bequem Platz.
Nun kommt eine dünne Schicht Schnee auf die Garne. Ich schaue, dass alles gut abgedeckt ist und möglichst wenig Wolle raus schaut.


Nachdem Zitronensäure, Salz und Farbpulver vermischt sind, wird diese Mischung auf dem Schnee verteilt. Wie viel oder wie wenig man nimmt, ist Geschmacksache und beeinflusst das Färbeergebnis.

Man kann noch eine zweite Schicht Schnee drauf geben und andere Farben drüber streuen. Dabei sollte man aber darauf achten, dass nicht zu viel des Guten im Behälter ist, sonst läuft beim Schmelzen alles über und es gibt eine furchtbare Sauerei.

 


Jetzt braucht es Zeit und Geduld. Wie bei einem Hefekuchen: einfach in Ruhe lassen und zuschauen, wie sich alles entwickelt.
Mein Schnee brauchte 1-2 Tage, bis er geschmolzen war.

Danach habe ich die Wolle vorsichtig aus dem Behälter genommen und in einen anderen, trockenen Behälter gelegt und fixiert.
Ich mache das immer im Wasserbad in meiner Bain Marie, man kann aber auch die Mikrowelle nehmen, wenn man keine Bain Marie hat.

Danach wird alle gründlich ausgewaschen und getrocknet.

 


Ich bin von meinen Ergebnissen begeistert und werde sicherlich noch öfter mit Schnee färben, sofern es hier Schnee gibt.

Möchtest du noch mehr Infos zu Garnen oder Färbetechniken?
Lass gern ein Abo da oder folge mir auf Instagram / Facebook, damit du nichts verpasst.

Servus,
eure Stardy

Ein Einhorn kommt selten allein

[enthält Spuren von Werbung für meinen Shop]

Kennt ihr das?
Man sieht im Laden einen Stoff und ist sofort schock-verliebt!
So ging es mir mit einem Einhorn-Stoff, den ich vor knapp einem Jahr entdeckt habe. Ich musste ihn einfach haben und so kaufte ich ihn.Und Einhörner sind absolut im Trend dieses Jahr!
Auf dem zart-rosafarbenen Stoff sind hellbeige und rosane Einhörner, die friedlich lächelnd nach links, bzw rechts trappeln. Der Stoff gefiel mir gut, weil er Ton in Ton gehalten ist und nicht auch noch das Regenbogenmotiv aufnimmt, mit dem das Einhorn so gern kombiniert wird. Das macht diesen Stoff zu etwas besonderem.


Lange habe ich überlegt, was ich daraus machen sollte. Ein Wolldascherl von Farbenmix? Oder eine große Schultertasche? Nachdem ich den passenden Stoff zum Kombinieren gefunden hatte, entschied ich mich, mehrere kleine Projekte daraus zu fertigen. Ein grauer Sternchenstoff als Innenfutter und ein pinker Wolkenstoff als Kontrast gefielen mir sehr gut.
Und so setzte ich mich vergangenes Wochenende an die Nähmaschine.
Meine alte Privileg Super-Nutzstich freute sich, dass sie wieder ackern durfte. Sie stammt zwar (vermutlich) aus den 1970ern, aber ist absolut zuverlässig.


Zuerst nähte ich eine kleine Kram-, bzw. Mini-Projekttasche für kleine Handarbeitsprojekte oder eben all diejenigen Utensilien, die man immer dabei haben muss. Dazu verwendete ich ein Schnittmuster für eine Kosmetiktasche, die jedooch mit einem Reißverschluss geschlossen wird. Ich ersetzte den Reißverschluss durch ene Deckelklappe mit Druckknopf.


Passend dazu entstand ein Utensilo, in das auch ein Handarbeitsprojekt aus zwei oder 3 Knäuel Wolle hinein passt. Das Schnittmuster habe ich mir selbst ausgedacht. Diese Projekttasche ist gefüttert mit Volumenvlies H640 und erhält dadurch eine schöne Fluffigkeit. Der Rand lässt sich zu einer Krempe umschlagen, wodurch das Sternchenmuster des Futterstoffs gut zur Geltung kommt.
An die Außenseite der Tasche habe ich in Kontraststoff noch mehrere Fächer angenäht, damit auch Maßband, Schere, Maschenmarkierer oder eine Wollnadel Platz finden und immer dabei sind.


Weil ich selbst sehr viel unterwegs stricke und dann vor allem Stricksocken nadle, habe ich noch eine passende Nadelspielgarage genäht. Diese Teile sind wirklich praktisch, weil die Maschen unterwegs nicht von den Nadeln rutschen können und die Angefangene Socke oder Stulpe immer sicher verstaut ist. Diese Garage passt für Nadeln mit der Länge 15 oder 20 cm.


Alle Teile könnt ihr in meinem Shop erwerben.
Ich habe noch ca 1qm von diesem tollen Stoff und werde mit Sicherheit noch etwas passendes nähen. Was haltet ihr von einer kleinen Handtasche? Oder vielleicht doch ein Shopper?
 

Menschlichkeit zur kalten Jahreszeit

Wie sich das Leben manchmal ändert. Und wie Handarbeiten und selbst gestrickte Socken hier Hilfe leisten. Für Obdachlose und Kinder in schwierigen Lebenssituationen. 

Für mehr Menschlichkeit.  



So schnell kann’s gehen!


Der Sommer ist vorbei, der Herbst hat uns mit großen Schritten eingeholt und ganz bald ist auch der Winter da.

Für viele Menschen in Deutschland fühlt es sich jetzt schon an, wie Winter. Grade dachte ich: wenn ich morgens um 6:00 am Bahnhof stehe und friere, wie mag es dann all denjenigen gehen, die die ganze Nacht am Bahnhof verbracht haben? Oder unter einer Brücke, oder auf einer Parkbank?

Wie mag es all denjenigen gehen, die keine Möglichkeit haben, sich in ein warmes, schützendes Haus zurück zu ziehen? Die Wind und Wetter ausgesetzt sind?

Manch einer da draußen denkt vielleicht: „Die Obdachlosen sind selbst schuld an ihrer Situation“ oder: „Sollen sie doch in eine Notunterkunft gehen!“

Aber weder das eine, noch das andere trifft auf alle zu, vermutlich nicht mal auf 10%...

Über die Schuldfrage möchte ich hier jetzt gar nicht schreiben. Es gibt viele Gründe, warum sich das Leben manchmal ändern kann. Und es kann jeden von uns treffen. Verlust der Arbeit, Schulden, Krankheit, Schicksalsschläge…. So schnell kann’s gehen!

In Sachen Notunterkunft möchte ich nur Folgendes in den Raum stellen:

Man stelle sich einfach mal selbst die Situation vor, mit 5-15 anderen auf engstem Raum die Nacht verbringen zu müssen. Keine Privatsphäre, kaum Ruhe. Um einen herum Schnarchen, Husten, Gemurmel. Ich selbst ertrage ja kaum die Jugendherberge oder gar das Matratzenlager auf Wanderhütten oder Pilgerwegen…..


Gegen das Problem selbst können wir, mit unseren derzeitigen Mitteln nicht viel ausrichten, aber gegen die Symptome kann man ankämpfen.




Die Symptome der Obdachlosigkeit sind unter anderem Kälte und Alleinsein, das fehlende Gefühl von Geborgenheit. Und genau da setzt Stricksocken für Rheinberg e.V. an. Das ganze Jahr über haben die rund 120 Frauen und Männer rund um Sabine Baier Socken gestrickt und an die Sammelstelle des Vereins geschickt. Was als frommer Wunsch begann, 100 Paar Wollsocken bis Weihnachten 2017 für Obdachlose im rheinisch-bergischen Kreis zusammenzubekommen, hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt. Es ist schon beinahe eine Bewegung daraus geworden! Inzwischen sind über 2.700 Paar handgestrickte Wollsocken bei Sabine Baier eingetroffen. Beinahe täglich schleppt der Paketbote mehrere Pakete bis vor die Wohnungstür, die zugleich der Eingang zur „Vereinszentrale“, zum „Logistikknotenpunkt“ und vor allem zum „Herz“ des Vereins ist.




Sabine packt aus, fotografiert die Socken, schreibt Blogeinträge und Dankesworte (nachzulesen hier). Danach werden sie nach Größe sortiert und mottensicher verpackt. Den Sommer über haben die Socken im Dornröschenschlaf geschlummert. Jetzt, im Herbst, ist es an der Zeit, sich auf die Socken zu machen. Sie werden wieder ausgepackt, entsprechend verschiedener Bedarfslisten zu Spendenkisten zusammengestellt und von Sabine Baier und ihrem Mann Thomas zu den jeweiligen Empfängergruppen und –Vereinen gefahren. Inzwischen sind es nämlich mehrere. Neben dem Rheinisch-Bergischen Kreis gehen inzwischen auch Spenden nach Schwerte, Köln, Dortmund, und viele andere Orte. Auch stehen nicht mehr nur Obdachlose auf der Liste der Empfänger, sondern auch Kinderhospize, Kinderheime, ein Jugend- und Kinderdorf für junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Viele unterschiedliche Füße werden bestrickt. Groß, klein, männlich, weiblich, gesund, krank, mit Familie, oder allein. Alle bekommen das gleiche: Wärme, Geborgenheit. Das Gefühl „Da hat jemand an mich gedacht!“







Und so macht sich heute wieder ein Paket von mir auf den Weg zu Sabine. Nur wenige Paar, aber jedes Paar hilft!

Du möchtest auch helfen? – Strick doch einfach mit!

Du kannst keine Socken stricken? – Kein Problem, wir nehmen auch Schals, Mützen, Stulpen,…

Du kannst gar nicht stricken? – Spende Sockenwolle! Auch angebrochene Knäuel, die schon länger bei Oma rumliegen und auf eine neue Bestimmung warten, sind gerne gesehen!

Du hast keine Wolle? – Auch Geldspenden, für Portokosten oder Info-Flyer, kommen zu 100% an. Jeder Cent hilft <3

Weiter Infos gibt’s auf der Spenden-Infoseite

Eure Stardy


Tag der Kinderhospizarbeit 10.02.

Hallo zusammen,


ich habe schon länger nicht mehr über meine Strickprojekte geschrieben, da ich vor lauter Stricken nichtmehr zum Bloggen gekommen bin.
Seit dem letzten Socken-Eintrag (Himmel, ist das schon wieder lange her!!) hat sich bei mir einiges getan.


Ich stricke auf der täglichen Zugfahrt fast ausschließlich Socken, denn diese sind schnell fertig und sie sind klein genug, dass sie in der Handtasche genügend Platz haben. Ein Pullover ließe sich nicht so bequem transportieren. Man stelle sich das einmal vor! Junge Frau, morgens um 5 mit drei Zentnern Wolle beladen im Zug.... Also stricke ich Socken.
Ich stöbere ja immer im Internet nach neuen Mustern, die ich ausprobieren möchte, habe aber ein kleines Problem.
Nur für mich selbst zu stricken, spornt mich nicht an.
Es macht mir Freude, anderen eine Freude zu machen. Aber wen mit Socken beschenken?
Meine Mum, die es eigentlich hasst, Socken zu tragen (selbst im Winter immer ohne Socken in den Schuhen), hat nun 6 Paar für die Couch. Das sollte erstmal genügen.
Mein Freund mag überhaupt keine Stricksocken, auch wenn ich ihn grade dazu überreden konnte, doch mal ein Paar zu testen.


Und so bin ich irgendwie bereits Ende April auf den wunderbaren Verein "Stricksocken für Rheinberg e.V." aufmerksam geworden, über den ich heute berichten möchte.
Stricksocken für Rheinberg wurde von Sabine Baier gegründet, die ursprünglich Obdachlose mit warmen Füßen und ein Bisschen Liebe in Form von handgestrickten Socken versorgen wollte. Im April 2016 gründete sie eine Gruppe auf facebook, um eine Handvoll anderer Stricker/innen mit ins Boot zu holen und das Ganze ein Bisschen besser koordinieren zu können.
Womit sie nicht gerechnet hatte, war der durchschlagende Erfolg des Projekts.

Seit Ende 2016 ist die offizielle Vereinsgründung durch.
Seit gestern sind wir 100 Mitglieder. Nicht dazugerechnet diejenigen, die uns offline unterstützen.
Und ebenfalls gestern wurde das 1000. Sockenpaar eingeschickt. Eintausend!!!

Sie, ich, wir sind überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft und so viel Zusammenhalt. 
Ich habe bisher in kaum einer Gruppe in sozialen Netzwerken einen so tollen Zusammenhalt und ein so freund(schaft)liches Klima erleben dürfen, wie hier.

Da jedoch so viele Socken nicht an Obdachlose im Bergischen Kreis verteilt werden können und manch einer auch gerne kleinere Größen (z.B. aus Resten) strickt, unterstützen wir inzwischen auch andere Vereine, die warme Füße brauchen. Und das führt mich zum eigentlichen Thema dieses Blogeintrags.
Neben mindestens zwei Vereinen, die Obdachlose unterstützen, kommen unsere Socken auch Kindern zugute.
Da wäre zum einen das Kinder- und Jugenddorf "Klinge", in dem Kinder und Jugendliche aus sozial schwierigen Situationen Unterschlupf finden.
Zum anderen unterstützen wir auch verschiedene Kinderhospize mit unseren handgemachten Portionen aus Wolle, Wärme und Liebe.

(die hellgrüne Schleife als Zeichen der Kinderhospizarbeit
 Foto: Sabine Baier)


Kinderhospize.... Heute ist Tag der Kinderhospizarbeit, was mich zu diesem Beitrag inspiriert hat.
Kinderhospize.... Da denkt man (und auch ich bis vor einiger Zeit) an viel Leid, Trauer, Schmerz. An kahle Krankenhausflure, gedämpftes Licht, Flüstern, Taschentücher, betretenes Schweigen. An grau. An schummrig, unscharf, blass.
Doch durch "Stricksocken für Rheinberg" habe ich mich ein bisschen mit dem Thema 'Kinderhospiz' beschäftigt und wurde eines Besseren belehrt.
Natürlich geht es um die Unterstützung todkranker Kinder oder von Kindern mit lebensverkürzenden Krankheiten, sowie die Unterstützung ihrer Eltern, Geschwister und Angehöriger. Aber Kinderhospize sind keineswegs grau, trist, und nur traurig.

Kinderhospize haben es sich zur Aufgabe gemacht, "dem Leben nicht mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben". Und das wird auch deutlich, wenn man sich die Arbeit vor Ort oder auf den Webseiten der Kinderhospize anschaut. 
Ein sterbendes Kind, ich glaube, das ist mit eines er schlimmsten Dinge die es gibt. 
Wir gehen doch immer alle davon aus, dass wir alt und grau werden und dann friedlich einschlummern. Die Grundannahme der meißten Menschen ist, dass sie vor ihren Kindern sterben werden. Und kein Vater, keine Mutter sollte das eigene Kind überleben. Weil diese Vorstellunge inen so unsäglichen Schmerz verursacht, wird das Thema gerne aus dem gesellschaftlichen / gesellschaftsfähigen Gedankengut verdrängt, in der Hoffnung, dass es schon nicht passieren wird, wenn man nur fest genug nicht daran denkt.
Deshalb ist Kinderhospizarbeit so wichtig, denn betroffene Eltern sind (vermutlich) ersteinmal geschockt, wie versteinert, verzweielt. Wie geht man selbst damit um? Wie geht man dem Kind gegenüber damit um, dass es nunmal doch nicht Feuerwehrmann, Astronaut oder Tierärztin werden wird? Dass es diese Zukunft einfach nicht gibt?
Kinderhospizarbeit setzt genau hier an.
Eltern werden aus dieser Schockstarre herausgelöst, man versucht, sie zu unterstützen, damit sie die Zeit, die ihnen mit ihrem Kind bleibt, so gut und intensiv wie möglich genießen können. Damit sie eine Möglichkeit finden, mit ihren Kindern weiterhin "normal" umzugehen.

Wer sich Bilder oder Berichte über Kinderhospize anschaut, sieht, dass es sich hierbei - neben all dem Schmerz - vor allem auch um Orte des Lebens handelt. Nicht der Tod regiert den Alltag im Kinderhospiz, sondern das Leben, das noch bleibt. 
Bunte Wände, Sommerfeste, Lachen, Kinderschminken, basteln, spielen,.... 
Selbst Orte der Erinnerung sind bunt und liebevoll gestaltet, um sich an das Leben zu erinnern.

Um den Familien ein Zeichen der Unterstützung und des zwischenmenschlichen Zusammenhalts zu senden, stricken wir bunte Socken für eben jene (sterbens-)kranken Kinder und deren Geschwister.
Jedes Paar Socken zaubert ein Lächeln auf das Gesicht des jeweiligen Kindes und die Eltern bekommen ein Zeichen, dass sie nicht allein sind. Dass da noch jemand (unbekanntes) ist, der ihrem Kind, ganz ungefragt, etwas Gutes tut. 
Wir unterstützen die Arche Noah in Gelsenkirchen, das Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf, und das Kinderhospiz Sterntaler in Mannheim. Meist fährt Sabine in regelmäßigen Abständen dorthin und übergibt die eingegangenen Spendensocken. Die Freude vor Ort ist jedes Mal riesengroß!

Schaut euch gerne die Seiten der Kinderhospize an und seht, welch wundervolle Arbeit dort geleistet wird :)

Viele Grüße,
Stardy

PS: 
Wer uns unterstützen möchte, findet hierzu verschiedene Möglichkeiten direkt auf der Homepage von Stricksocken für Rheinberg e.V. oder auf Facebook.
Unterstützen könnt ihr uns mit Sockenspenden (nur handgestrickt / gehäkelt bitte), Spenden von Sockenwolle, Geldspenden, Einkauf über Amazon Smile (Link auf der Homepage) oder einfach dadurch, dass ihr mit euren Freunden über den Verein und seine Arbeit redet.
Vielen Dank!

Blaue Schuppen und Tigerfüße

Hallo zusammen!
Die beiden Sockenpaare, die ich euch heute vorstelle, habe ich auch schon eine Weile fertig. Es sind zwei ganz unterschiedliche Paare mit ganz unterschiedlichem Ausgangsmaterial und gegensätzlicher verarbeitung.
Einmal günstige Wolle, einfarbig, im Muster verstrickt. 
Das andere Mal Markenwolle, mehrfarbig, als schlichte Stinos gestrickt.

Das erste Paar, die "Blauen Schuppen" in Anlehnung an das Muster Secret Shells, das in einer Facebookgruppe als Monatsmuster gestrickt wurde.
Ich habe, wie immer, Größe 39 / 40 gestrickt. Die Wolle ist von Tedi. Normal stehe ich nicht auf "Billigwolle", aber diese Farbe hat es mir einfach angetan. Und sie fühlt sich super-weich an, obwohl sie einen recht hohen Schurwollanteil hat. Die Wolle hat sich auch sehr angenehm verstricken lassen, wenngleich an einigen wenigen Stellen das Garn unterschiedlich dick war. Knoten waren keine in den beiden Knäuel. Die Socken wurden inzwischen schon 2 oder 3 Mal gewaschen, sie waren ja bereits im September fertig. Ich kann keine Beeinträchtigung des Strickwerks durch das Waschen feststellen. Ich bin also wirklich zurieden, obwohl es "Billigwolle" war.



Das zweite Paar Socken, das ich im September gestrickt habe, sind "Tigerfüße" geworden.
Verwendet habe ich Opal Sockenwolle aus der Regenwaldkollektion, in der Farbe "Wonneproppen". Sie hat einen kurzen Farbverlauf, nein, eher Sprenkel, die verstrickt wie die Fellzeichnung eines Raubtieres wirken. Um diesen Effekt nicht zu zerstören, habe ich die Socken (wieder Größe 39 / 40) schlicht glatt-rechts gestrickt, sogenannte "Stinos" und lediglich eine Masche pro Runde links gestrickt, als "Dehnungsfuge", weil ich mir nicht sicher war, ob glatt-rechts gestrickte Socken nicht zu schmal für den mittelkräftigen Spann von Mamas Füßen sind. Es hat dann aber alles wunderbar gepasst.
(Das Nadelspieltäschchen auf dem rechten Foto hat eine Strickfreundin für mich genäht, damit ich nicht immer meine Nadeln verliere. Ich stricke ja vor allem auf der täglichen Zugfahrt zu Arbeit und wieder nach Hause)





Ich hoffe, sie gefallen euch und würde mich freuen, wenn ihr bald wieder reinschaut!

Viele Grüße,
Stardy





Blaue Flip-Flop und Sneaker

Hallo zusammen,


es ist schon wieder viel zu lange her, dass ich hier etwas geschrieben habe.
Das soll jedoch nicht heißen, dass ich untätig war. Ganz im Gegenteil.
Abgesehen von 3 Wochen Urlaub habe ich mal eben nebenbei meinen Abschluss an der Uni gemacht und mich auf den neuen Job eingearbeitet.
Und wie das bei mir immer so ist, wenn ich eigentlich lernen sollte: ich habe jede Menge gestrickt.
Diese Projekte möchte ich euch in den nächsten Tagen vorstellen.

Beginnen wir also mit dem Urlaubsprojekt.
Eine Freundin, ihres Zeichens selbst stricksüchtig, hatte mich gebeten, ihr ein Paar Socken zu machen.
Sie selbst strickt die tollsten Kreationen, die ich jedes mal bestaune und bewundere. Aber Socken sind ihr etwas suspekt und da ich auf dem Gebiet grade sehr interessiert bin, habe ich mich bereiterklärt.
Gewünscht waren ein Paar Kimono-Flip-Flop-Sneaker.... hä? Nochmal langsam!
Sneaker ist klar.... kurze Socken.
Flip-Flop.... geteilte Spitze, sodass sie die Socken nach dem Tauchen in ihre Flip-Flops anziehen kann, ist auch klar. Hier kam es zum ersten Problem: wie um alles in der Welt stricke ich eine geteilte Spitze???
Und Kimono?
Das sollte sich nach einem Foto, das sie mir geschickt hat, auch gleich klären.
Aber seht selbst; unten sie Kimono-Sneaker:



Den oberen Rand der Socke habe ich in Reihen gestrickt, kraus rechts, die dann überlappend zusammengestrickt und auf ein Nadelspiel verteilt wurden. Gar nicht so schwer :)
Ferse wie immer klassische Käppchenferse, Fuß wie immer.
Für den großen Zehen habe ich einige Maschen stillgelegt, einige Maschen am Zehensteg aufgestrickt, und erst die Spitze der restlichen Zehen gestrickt. Dann die Spitze für den großen Zehen gemacht. Es gibt hierfür einige Anleitungen im Internet und eigentlich ist es auch garnicht schwer. Eigentlich..... Wenn man sich nicht so dumm anstellt und die Abnahmen für die Spitze an der falschen Stele macht, sodass sich der Zehe verdreht ooops!
Also habe ich insgesamt 3 Socken gestrickt, bis ich 2 hatte, die akzeptabel waren.

Weil ich noch so viel Wolle übrig hatte, habe ich ihr aus dem Rest noch schnell ein paar Ringel-Sneaker  genadelt. Meine allerersten zweifarbigen Socken :)
Das Lochmuster habe ich mir bei beiden Paaren selbst ausgedacht.
Sie sind bereits Mitte September fertig gewesen....



Jetzt spinnt sie!

Hallo zusammen!

Der Titel verrät schon einiges.
Ich bin grade total auf dem Wolltripp, Wolloholiker sozusagen.
Jeden Tag entdecke ich mindestens 3 Projekte, die ich unbedingt machen will und stelle immer wieder fest, dass ich leider nicht einmal halbsoschnell stricken kann, wie ich gerne würde. Außerdem kann ich nicht mal ein Zehntel so schnell stricken, wie ich stricken müsste, um alle Ideen abzuarbeiten in einem Menscheneben.
Geht's euch vielleicht manchmal auch so?

Zudem habe ich mich nun schon einige Zeit damit beschäftigt, wie Wolle eigentlich hergestellt wird. Also wie die Wolle vom Schaf auf's Knäuel kommt. Von der Rohwolle zum Handstrickgarn.
Und weil ich so ein Wolloholiker bin, dachte ich mir: das wird gleich ausprobiert!

Also einige Zeit über Spinnräder gelesen und entschieden, dass mein Traumrad (ein Kromski) für den studentischen Anfängergeldbeutel absolut untauglich ist. Auch gebrauchte Modelle sind für mich derzeit unerschwinglich, habe ich doch ein kleines Vermögen in Handstrickgarne investiert!
Folglich habe ich einige Tage auf den einschlägigen Internetseiten, auf denen man gebrauchte Gegenstände erwerben kann, gestöbert. Immer mal wieder reingeschaut, sogar auf niederländischen Seiten. Dort gab es vor einigen Jahren einen Handarbeitshype, und alle, die sich entschieden haben, dass sie sich nicht dauerhaft mit der Herstellung von Strickgarnen beschäftigen möchten, verkaufen nun ihre Spinnräder und Zubehör. Es lohnt sich also durchaus, auch im grenznahen Ausland nach Spinnrädern und Zubehör zu stöbern.
Schließlich wurde ich doch auf einer deutschen Seite fündig. Eine Dame verkaufte ihr Kircher-Spinnrad wegen Umzug. Und das zu einem wirklich anständigen, anfängertauglichen Preis.
Ich habe sie sofort angeschrieben und das gute Stück war keine 4 Tage später bei mir zu Hause. :)
Welch eine Freude! Mein erstes eigenes Spinnrad!




Ausgepackt wurde es bei traumhaftem Sonnenschein, nach dem Samstagsfrühstück auf der Terrasse.
Natürlich hatte ich auch Spinnfasern, also bereits gewaschene und kardierte Wolle bestellt.
Weil ich testen möchte, welche Wolle sich wie anfasst und verarbeiten lässt, habe ich 7 (sieben!!) verschiedene Sorten genommen, á 100g.

Voll ausgestattet bin ich frohen Mutes ans Spinnrad und habe ausprobiert. Aber irgendwie funktionierte es nicht. Weder Spule, noch Flügel wollten sich drehen. :(
Nach einigem Begutachten kam ich zu dem Schluss, dass der Treibriemen wohl überaltert sein müsse. Das Rad ist ca so alt wie ich und falls es noch der Original-Riemen war, ist das ja auch kein Wunder, dass es nicht läuft.
Schweren Herzens musste ich also die Spinn-Aktion verschieben und erst mal einen Riemen bestellen. Meine Anfrage bei der Firma Kircher  wurde promt (am Samstag Abend, nach 22:00 Uhr) beantwortet. Die Riemen des neuen Modells passen auch auf das Vorgängermodell!


Als endlich, 3 Tage später, der ersehnte neue Riemen eintraf, konnte ich gleich sehen, warum es mit dem alten nicht funktioniert hatte. Der neue Riemen ist elastisch und sitzt mit guter Spannung auf Schwungrad und Wirtel. Der alte war bretthart, hatte überhaupt keine Elastizität mehr und saß so locker, dass er immer vom Wirtel herunter sprang; es fehlte also auch die nötige Spannung um die Drehung des Rades auf den Wirtel und somit auf Spule und Flügel zu übertragen.

Obwohl ich an diesem Tag bereits um 4:00 aufgestanden war, um pünktlich zur Arbeit zu kommen, am Nachmittag dann noch eine Schulung hatte und erst gegen 22:00 Uhr endlich zu Hause war, startete ich meine ersten Versuche. Ich war hundemüde, aber ich konnte es einfach nicht erwarten, endlich meine erste Wolle zu spinnen!

Das mit der Wollaufnahme war eine kleine Fummelei, aber nachdem das Rad halbwegs einzog, ging es doch fürs erste Mal nicht schlecht. Die Auge-Hand-Fuß-Koordination braucht noch ein bisschen Übung, aber ich habe schon schön dünnes Garn hinbekommen.
Leider musste ich jedoch feststelen, dass die Flügelbremse des Rades irgendwie nicht anständig funktioniert. Ich kann sie feststellen, sodass sich der Einzug erhöht, mir die Spule also das Garn schneller abnimmt und nicht zu viel Drall, sprich Drehung, in den Faden kommt und er sich zu Knötchen aufwickelt.
Sobald ich jedoch den Stellhebel der Flügelbremse loslasse, geht der Einzug wieder auf Null, das Rad zieht keinen Zentimeter mehr ein und es gibt im gedrehten Garn dicke Knubbel.
Nach 20 Minuten habe ich dann völlig übermüdet abgebrochen und habe ich über das Problem mit der Flügelbremse nachgedacht. Ein paar Dutzend Zentimeter "schwangere Regenwürmer" hat es jedoch gegeben....



Inzwischen, mein erster Spinnversuch ist schon 10 Tage her, habe ich eine Lösung für die Flügelbremse gefunden. Ich muss den Faden der Flügelbremse mit der Drehrichtung des Wirtels über den Flügel legen. So "zieht" die Drehung den Faden immer fest, satt ihn, wenn er entgegen der Drehrichtung liegt, zu lockern.
Also gleich nochmal versucht und innerhalb von 2 Stunden ca 100g Eiderwolle versponnen. 
Ich bin mit dem Ergebnis -fürs erste richtige Mal- schon recht zufrieden, auch wenn noch deutlich Luft nach oben ist. Drall und Dicke des Garns sind eher unregelmäßig geworden, aber es hat ohne größere Probleme geklappt.





Nach meinem Urlaub werde ich mir noch zwei weitere Spulen bei Kircher bestellen (die neuen passen auch aufs alte Rad) und dann das erste selbstgesponnene Garn mit einem farbig abgesetzten Faden verzwirnen. Bin schon gespannt, wie das wird und wie sich meine Spinn"künste" im Laufe der Zeit entwickeln.


Zum Thema "Rohwolle bearbeiten" werde ich demnächst auch über meine Erfahrungen berichten. Ich bin in manchen Dingen von der Fraktion "ganz oder gar nicht" und habe mir natürlich gleich 2 frisch geschorene Rohwoll-Vliese von alten  Schafrassen besorgt, die so kaum noch als Nutztiere gehalten werden, sondern nur bei vereinzelten Liebhabern zu finden sind, oder bei Schutzprojekten, die sich für den Erhalt von alten Nutztierrassen einsetzen. Wie es mir dabei ergangen ist, könnt ihr demnächst hier lesen.
Bis dahin wird erst mal weiter gestrickt.

Liebe Grüße
Stardy

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Liebe Schläufchenpiekser, verehrte Kunden, seit 01.04.2025 ist die Wolle mein Haupterwerb, mein Brotjob, und nicht mehr ausschließlich Herze...