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Wie viel Gramm brauche ich für ein Paar Socken?

Geht es dir auch manchmal so?
Du hast Wollreste und halbe Knäule und würdest daraus gerne Socken stricken.

Aber wieviel Gramm braucht man für ein Paar Socken in welcher Größe?
Was, wenn die Wolle nicht reicht?
Beide Socken wieder auftrennen? Dann war all die Arbeit umsonst...

Klar kann man alle Resteknäule halbieren und dann aus jeder Hälfte eine Socke machen und wenn es nicht reicht, strickt man eine andere Farbe an.
Oder man nutzt die Gum-Gum Technik.

Aber manchmal möchte man einfach Socken aus einer einzigen Wollsorte machen.
Grade wenn du für Spendenaktionen Reste verstrickst, kann es hilfreich sein, zu wissen, für welche Größe dein angebrochenes Knäul reicht.

Daher habe ich diese kleine Aufstellung für dich, wie weit du mit welcher Menge Wolle kommst (4-fädige Sockenwolle). Die Angaben gelten jeweils für ein Paar.
Natürlich sind das alles nur circa-Angaben, denn jeder strickt unterschiedlich fest und braucht entsprechend etwas mehr oder etwas weniger Garn.
Auch wenn du Muster einstrickst, hast du einen größeren Verbrauch.
Die angegebene Schaftlänge ist inklusive Bündchen.


Gramm Größe Schaftlänge
15 g 16 / 17 6 cm
20g 18 / 19 8 cm
22 g 20 / 21 8 cm
26 g 22 / 23 10 cm
29 g 24 / 25 10 cm
32 g 26 / 27 10 cm
33 g 28 / 29 12 cm
35 g 30 / 31 14 cm
40 g 32 / 33 13 cm
52 g 34 / 35 15 cm
62 g 36 / 37 17 cm
70 g 38 / 39 20 cm
74 g 40 / 41 20 cm
76 g 42 / 43 20 cm
80 g 44 / 45  18 cm
100 g 46 / 47  17 cm

Socken Stricken leicht gemacht - mit der Bumerangferse

Socken stricken ist gar nicht so schwer, wie immer behauptet wird.
Tatsächlich war mein allererstes Strickstück eine Socke.
Nur Mut, dann klappt das auch!

Inzwischen habe ich einige verschiedene Fersen gestrickt und am einfachsten erscheint mir die Bumerangferse. Sie wird mit verkürzten Reihen gestrickt (keine Angst, das ist nicht einmal halb so schlimm, wie es klingt). Die Bumerangferse besteht aus zwei Teilen, die wirklich leicht zu merken sind.
Ich finde, sie ist schneller zu stricken als die Käppchenferse und sitzt, zumindest bei mir, besser.

Nachdem mit dem Nadelspiel die gewünschte Länge des Schaftes (Top down) oder des Fußes (Toe up) in Runden gestrickt ist, kommt die Ferse.

 Jetzt geht's an die Ferse! (Platinum Sock "Cherry Pie")

Anleitung:

Die Bumerangferse wird in Reihen über die Maschen der 4. und 1. Nadel gestrickt.
Ich stricke hierzu die Maschen der 1. Nadel mit auf die 4. Nadel, damit es weniger Gepfriemel ist.

1. Fersenhälfte:

1. R: Wenn du vorher die Maschen ungleichmäßig auf die 4 Nadeln verteilt hattest, weil so das Schaftmuster einfacher zu stricken war, achte jetzt darauf, dass du genau die Hälfte aller Maschen auf der Fersennadel hast. Eventuell musst du ein bisschen umverteilen.Nachdem alle Maschen der Nadeln 1 und 4 auf einer Nadel (Fersennadel) sind, wird die Arbeit gewendet. 


2. R: Nun kommen die Doppelmaschen der verkürzten Reihen. Dazu wird der Faden VOR die Arbeit gelegt. Du stichst von rechts in die erste Masche ein und hebst sie ab. Beim Abheben ziehst du den Faden nach hinten, wodurch die Masche über die rechte Masche gezogen wird und nun mit 2 Bögen auf der rechten Nadel liegt.
Hier wirklich kräftig nach hinten ziehen, sonst gibt es später Löcher.
Jetzt den Faden vor die Arbeit nehmen und alle Maschen links sticken. Wenden.


3. R: Eine doppelte Masche arbeiten, dann alle Maschen rechts stricken.
Die Doppelmasche der vorherigen Reihe wird NICHT gestrickt. Wenden.


4. R: Eine doppelte Masche arbeiten, dann alle Maschen links stricken, bis vor die letzte Doppelmasche. Wenden.

Die Reihen 3 und 4 werden so oft wiederholt, bis nurnoch 1/3 der Maschen als normale Maschen im Mittelteil übrig sind. (vgl. Tabelle unten) Die Aufteilung ist jetzt: 1/3 Doppelmaschen, 1/3 Mittelteil, 1/3 Doppelmaschen.

Das sieht dann so aus (ich habe hier die Maschen fürs Foto auf 3 Nadeln verteilt): 

 



Jetzt werden 2 Runden über alle Maschen der Socke gestrickt. Die Doppelmaschen werden dabei als eine Masche gearbeitet, also immer beide Bögen zusammenstricken. Wenn du ein Muster am Schaft hast, kannst du es hier bei Nadel 2 und 3 weiter stricken, damit es auf der Voerderseite des Fußes nicht unterbrochen wird. In der zweiten Runde wird nur das erste Drittel der Fersennadel gestrickt.

2. Fersenhälfte: 

1. R: Die Mittelmaschen + 1 Masche danach werden rechts gestrickt. Wenden.
2. R: Eine Doppelmasche stricken. Die Mittelmaschen + 1 Masche danach links stricken. Wenden.
3. R: Eine Doppelmasche stricken. Die Mittelamschen + Doppelmasche der Vorrunde + 1 Masche rechts stricken. Wenden.
4. R: Eine Doppelmasche stricken. Die Mittelmaschen + Doppelmasche der Vorrunde + 1 Masche links stricken.

Die Reihen 3 und 4 werden so oft wiederholt, bis alle Maschen der Fersennadel als Doppelmasche gearbeitet wurden. Nach der letzten Rückreihe wird die Arbeit gewendet und noch 1 Doppelmasche gestrickt.
Jetzt geht es mit dem Fußteil weiter in Runden, je nach Socke wird auch hier das Schaftmuster wieder aufgenommen. (Vorsicht, wenn du die Zwischenrunden im Muster gestrickt hast, dass du jetzt mit Musterreihe 3 weiter machst).

Ich wünsche dir viel Spaß beim Stricken!

Servus,
deine Stardy

 

PS: Das Muster ist Tuovi's Herbstsöckchen von Fido-Knits.
Die Wolle ist die "Cherry Pie". Du findest sie hier




 

Sockentabelle für 4-fädige Sockenwolle
(Lauflänge 400-425m / 100g), gestrickt mit NS 2,25-3

Größe Maschen
anschlagen
Maschen-
verteilung
22/23 44 7 / 8 / 7
24/25 48 8 / 8 / 8
26/27 48 8 / 8 / 8
28/29 52 8 / 10 / 8
30/31 52 8 / 10 / 8
32/33 56 9 / 10 / 9
34/35 56 9 / 10 / 9
36/37 60 10 / 10 / 10
38/39 60 10 / 10 / 10
40/41 64 10 / 12 / 10
42/43 64 10 / 12 / 10
44/45 68 11 / 12 / 11
46/47 72 12 / 12 / 12

Oktobermaschen


Oktobermaschen



Es wird Zeit für eine neue Kategorie hier in meinem Blog.



Ich möchte euch am Anfang jeden Monats vorstellen, was ich im letzten Monat gestrickt habe. 

Damit verfolge ich zwei Ziele. Zum einen bringe ich mich dadurch dazu, regelmäßiger zu posten, damit ihr auch immer was zum Lesen habt. Zum anderen möchte ich euch gern motivieren und euch anregende Ideen bieten, die ihr vielleicht auch umsetzen könnt?




Im Oktober habe ich mich hauptsächlich mit kleinen Strickprojekten beschäftigt. Mein Hauptjob schluckt im Moment viel Zeit und so sind die meisten Maschen auf der täglichen Zugfahrt von den Nadeln gehüpft. Ich habe mir vorgenommen, meinen Stash deutlich zu reduzieren, denn ich habe einfach zu viel Wolle. Was??? Zu viel Wolle? Das geht?? Ja. Irgendwie schon. Ich finde immer so tolle Projekte, dabei möchte ich erst einmal das Material wegstricken, das zu Hause liegt.

Zum Stash-Abbau habe ich eine geniale Methode auf einem anderen Blog gefunden. Aber das verrate ich euch später.

Mit meinen Oktobermaschen habe ich versucht, mal einige Sockenwoll-Reste hübsch an den Fuß zu bringen. Dabei sind 5 Paar Kindersocken unterschiedlicher Art in den Größen 22-25 entstanden.


Was mir dabei aufgefallen ist:
es gibt unheimlich viele Möglichkeiten, auch die kleinsten Reste wegzustricken. 
Für Kindersocken braucht man wirklich nicht viel Wolle. Und zwei unterschiedliche Farben kann man auf vielerlei Arten kombinieren.
Ich habe mich zum einen an verschiedenen Streifen-Kombinationen versucht. Zum andern habe ich das Broken-Seed-Stitch Muster ausprobiert. Es wirkt absolut raffiniert, ist aber kinderleicht zu stricken!
Blockstreifen, verschieden breite Streifen, Gum-Gum-Socken... es gibt so viele, einfache Möglichkeiten. Echt toll, was Wolle kann :)

Aber schaut selbst: 





Handgefärbte Sockenwolle

Ich hatte mich ja schon länger in das Thema "handgefärbte Wolle" eingelesen. Es gibt wirklich begabte Handfärber und Handfärberinnen, die mit Hingabe Farbe auf Wolle zaubern. Mit Begeisterung habe ich mir ihre Blogs, Shops, Instagram-Accounts und Facebook-Beiträge angeschaut. Und der Gedanke reifte: "Das will ich auch können!"
Doch wo anfangen?
Ungefärbte Wolle zum Bebunten war schnell gefunden und bestellt. Da ich viele Socken stricke und davon auch einiges an Stricksocken für Rheinberg e.V. spende, habe ich mich für Sockenwolle entschieden. Sollte das Ergebnis nicht ganz den Vorstellungen meines Kleiderschrankes entsprechen, so könnte man daraus sicherlich trotzdem einen dankbaren Abnehmer finden. Das soll nicht heißen, dass "unbeliebte" oder gar "hässliche" Wolle als Spende an den Verein geht, sondern vielmehr, dass man über den Verein so viele verschiedene Menschen und ebenso viele verschiedene Geschmäcker findet, dass sie sicherlich irgendwem da draußen gefällt.


 

Eine gewisse Grundästhetik sollte aber natürlich auch beim Wolle Färben beachtet werden. ;-)
Ich versuche prinzipiell, alles so zu gestalten, dass auch ich es gerne tragen oder verarbeiten würde. Aber ich glaube, so geht es vielen Menschen in der Kreativszene, oder?
Egal, ob stricken, nähen, häkeln, spinnen, filzen, färben oder sonst was: ich bin ein bisschen perfektionistisch veranlagt. Und halb-schön oder geht-so gibt es nicht. Ganz oder gar nicht. Mach es richtig, oder lass es. Und lächeln nicht vergessen :)




Und so habe ich mich durch verschiedene Blogs, Bücher und Rezeptsammlungen gewälzt um zu entscheiden, wie ich als Anfänger starten möchte.
Naturfarben und Pflanzenfarben interessieren mich genauso wie Säurefarben. Der Garten ist groß, die Natur um uns herum bietet allerlei Färbematerial. Solarfärbung wird neben der "normalen" Färbung im Kochtopf sicher auch ausprobiert.


Nach reiflicher Überlegung, etwas chaotischer Vorbereitung (mal wieder eine "Ich mach das jetzt oder nie"-Aktion am Wochenende) sind dann auch die ersten handgefärbten Stränge entstanden.
Und was soll ich sagen? Die Farben sind einfach traumhaft. Ich liebe die Leuchtkraft und ihre Intensität. Beim Wollhändler finde ich oft nur sehr gedeckte Sockenwolle. Aber hier kommt endlich mal Farbe an den Fuß!
Ich muss zugeben, die Farbkombinationen sind teilweise gewagt, aber sie kommen genau so auch in der Natur vor. Auf einer bunten Blumenwiese zum Beispiel. Auch an Sprenkeln, wie sie grade total "in" sind, habe ich mich ganz dezent versucht. Schaut mal hier:




Wie gefallen euch meine Stränge? Jeder ist ein Unikat und kann (zum jetzigen Zeitpunkt) günstig in meinem Shop erworben werden.

Über einen Kommentar, Tipps und Hinweise würde ich mich sehr freuen!

[enthält unbezahlte Werbung für meinen Shop]

Menschlichkeit zur kalten Jahreszeit

Wie sich das Leben manchmal ändert. Und wie Handarbeiten und selbst gestrickte Socken hier Hilfe leisten. Für Obdachlose und Kinder in schwierigen Lebenssituationen. 

Für mehr Menschlichkeit.  



So schnell kann’s gehen!


Der Sommer ist vorbei, der Herbst hat uns mit großen Schritten eingeholt und ganz bald ist auch der Winter da.

Für viele Menschen in Deutschland fühlt es sich jetzt schon an, wie Winter. Grade dachte ich: wenn ich morgens um 6:00 am Bahnhof stehe und friere, wie mag es dann all denjenigen gehen, die die ganze Nacht am Bahnhof verbracht haben? Oder unter einer Brücke, oder auf einer Parkbank?

Wie mag es all denjenigen gehen, die keine Möglichkeit haben, sich in ein warmes, schützendes Haus zurück zu ziehen? Die Wind und Wetter ausgesetzt sind?

Manch einer da draußen denkt vielleicht: „Die Obdachlosen sind selbst schuld an ihrer Situation“ oder: „Sollen sie doch in eine Notunterkunft gehen!“

Aber weder das eine, noch das andere trifft auf alle zu, vermutlich nicht mal auf 10%...

Über die Schuldfrage möchte ich hier jetzt gar nicht schreiben. Es gibt viele Gründe, warum sich das Leben manchmal ändern kann. Und es kann jeden von uns treffen. Verlust der Arbeit, Schulden, Krankheit, Schicksalsschläge…. So schnell kann’s gehen!

In Sachen Notunterkunft möchte ich nur Folgendes in den Raum stellen:

Man stelle sich einfach mal selbst die Situation vor, mit 5-15 anderen auf engstem Raum die Nacht verbringen zu müssen. Keine Privatsphäre, kaum Ruhe. Um einen herum Schnarchen, Husten, Gemurmel. Ich selbst ertrage ja kaum die Jugendherberge oder gar das Matratzenlager auf Wanderhütten oder Pilgerwegen…..


Gegen das Problem selbst können wir, mit unseren derzeitigen Mitteln nicht viel ausrichten, aber gegen die Symptome kann man ankämpfen.




Die Symptome der Obdachlosigkeit sind unter anderem Kälte und Alleinsein, das fehlende Gefühl von Geborgenheit. Und genau da setzt Stricksocken für Rheinberg e.V. an. Das ganze Jahr über haben die rund 120 Frauen und Männer rund um Sabine Baier Socken gestrickt und an die Sammelstelle des Vereins geschickt. Was als frommer Wunsch begann, 100 Paar Wollsocken bis Weihnachten 2017 für Obdachlose im rheinisch-bergischen Kreis zusammenzubekommen, hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt. Es ist schon beinahe eine Bewegung daraus geworden! Inzwischen sind über 2.700 Paar handgestrickte Wollsocken bei Sabine Baier eingetroffen. Beinahe täglich schleppt der Paketbote mehrere Pakete bis vor die Wohnungstür, die zugleich der Eingang zur „Vereinszentrale“, zum „Logistikknotenpunkt“ und vor allem zum „Herz“ des Vereins ist.




Sabine packt aus, fotografiert die Socken, schreibt Blogeinträge und Dankesworte (nachzulesen hier). Danach werden sie nach Größe sortiert und mottensicher verpackt. Den Sommer über haben die Socken im Dornröschenschlaf geschlummert. Jetzt, im Herbst, ist es an der Zeit, sich auf die Socken zu machen. Sie werden wieder ausgepackt, entsprechend verschiedener Bedarfslisten zu Spendenkisten zusammengestellt und von Sabine Baier und ihrem Mann Thomas zu den jeweiligen Empfängergruppen und –Vereinen gefahren. Inzwischen sind es nämlich mehrere. Neben dem Rheinisch-Bergischen Kreis gehen inzwischen auch Spenden nach Schwerte, Köln, Dortmund, und viele andere Orte. Auch stehen nicht mehr nur Obdachlose auf der Liste der Empfänger, sondern auch Kinderhospize, Kinderheime, ein Jugend- und Kinderdorf für junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Viele unterschiedliche Füße werden bestrickt. Groß, klein, männlich, weiblich, gesund, krank, mit Familie, oder allein. Alle bekommen das gleiche: Wärme, Geborgenheit. Das Gefühl „Da hat jemand an mich gedacht!“







Und so macht sich heute wieder ein Paket von mir auf den Weg zu Sabine. Nur wenige Paar, aber jedes Paar hilft!

Du möchtest auch helfen? – Strick doch einfach mit!

Du kannst keine Socken stricken? – Kein Problem, wir nehmen auch Schals, Mützen, Stulpen,…

Du kannst gar nicht stricken? – Spende Sockenwolle! Auch angebrochene Knäuel, die schon länger bei Oma rumliegen und auf eine neue Bestimmung warten, sind gerne gesehen!

Du hast keine Wolle? – Auch Geldspenden, für Portokosten oder Info-Flyer, kommen zu 100% an. Jeder Cent hilft <3

Weiter Infos gibt’s auf der Spenden-Infoseite

Eure Stardy


Nähen? Leseknochen!

Manchmal reicht stricken nicht. Oder Wolle spinnen....
Ich bin ja ohnehin ein Mensch, der gerne was neues ausprobiert. Wenn man mich fragt, was meine Hobbies sind, wird es wirklich schwierig. Ich habe so viele Interessen! 

Jedenfalls habe ich vor einigen Wochen eine für mich nicht ganz so neue Handarbeitstechnik wieder aufgenommen. Ich konnte es nie wirklich und meine bisherige Erfahrung damit war eher ein kurzes Intermezzo. 
Ich spreche vom Nähen!
Als Jugendliche habe ich mal 24 Säckchen aus Filz mit der Nähmaschine meiner Mutter gearbeitet für einen Adventskalender, aber wirklich beherrscht habe ich es nie und ich bin da mehr nach Gefühl rangegangen, als nach Anleitung.
Nun hat es mich also wieder gepackt.
Ich habe zwei Nähmaschinen, beide aus den 70ern, beide schwer (da aus Spritzguss / Metall) und beide recht laut. Die eine von meiner Mama übernommen, die andere mal geschenkt bekommen.
Und so hat es mich bereits um Weihnachten vergangenes Jahr in den Fingern gejuckt, Stoff zu einem sinnvollen Gebilde zusammenzubasteln. Ich bekam nämlich eine wunderschöne Bobbeltasche für meine Stricksachen von einer Freundin als Wichtelgeschenk.
Und so schlich ich bereits einige Monate durch die Stoffabteilungen der Warenhäuser und durch die beiden Handarbeitsgeschäfte hier im Nachbarort.

Ein Projekt war schnell gefunden, der Stoff noch viel schneller.
Ich wollte zu Beginn etwas einfaches versuchen, und so wurde es ein sogenannter Leseknochen. Die Anleitung gab es gratis im Internet und so legte ich los.

Das erste Mal einen Zuschnitt machen, das erste Mal halbwegs passgenau zusammennähen, füllen und dann die Füllnaht schließen!

Also machte ich mich ans Werk und war (nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Fadenspannung) auch ganz zufrieden mit meinem Ergebnis. 
Nur die Füllung war zu wenig fest gestopft und man sah, wo ich ihn geschlossen hatte.
Also wurde sogleich ein zweiter genaht, der war fester und die Naht etwas filigraner, aber ich war noch nicht zufrieden.

Zwischenzeitlich folgte ein Besuch in der örtlichen Buchhandlung. Da es sich bei Büchern genauso verhält wie bei Wolle und Stoffen, konnte ich nicht ohne ein wunderbares Nähbuch aus dem Laden gehen. Und dort fand ich die Lösung für mein Nahtproblem: die Leiternaht!!!




Also gleich Nummer drei genäht und endlich mit der Naht zufrieden.
Weils so schön war, habe ich gestern Abend noch Nummer vier gefertigt, passend zu einem Paar Socken (Muster "Froschkönig" bei Ravelry). Socken und Leseknochen Nummer viel sind ein Geburtstagsgeschenk für meine Schwiegermama-in-Spe.


Aber was ist eigentlich ein "Leseknochen"?
Ich würde ihn als Nackenhörnchen mit Bewegungsfreiheit beschreiben. Eine tolle Nackenstütze, wenn man auf dem Rücken liegend lesen möchte.
Oder ein Buchständer.
Oder als Art Venenkissen, das sich Seitenschläfer zwischen die Knie klemmen können.
Oder zur Unterstützung der Lendenwirbel beim Couch-Lümmeln.
Oder, oder oder....

Einfach mal ausprobieren!
Er ist wirklich einfach zu nähen und hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten!

Viele Grüße und viel Spaß beim Nähen
Stardy

Blaue Schuppen und Tigerfüße

Hallo zusammen!
Die beiden Sockenpaare, die ich euch heute vorstelle, habe ich auch schon eine Weile fertig. Es sind zwei ganz unterschiedliche Paare mit ganz unterschiedlichem Ausgangsmaterial und gegensätzlicher verarbeitung.
Einmal günstige Wolle, einfarbig, im Muster verstrickt. 
Das andere Mal Markenwolle, mehrfarbig, als schlichte Stinos gestrickt.

Das erste Paar, die "Blauen Schuppen" in Anlehnung an das Muster Secret Shells, das in einer Facebookgruppe als Monatsmuster gestrickt wurde.
Ich habe, wie immer, Größe 39 / 40 gestrickt. Die Wolle ist von Tedi. Normal stehe ich nicht auf "Billigwolle", aber diese Farbe hat es mir einfach angetan. Und sie fühlt sich super-weich an, obwohl sie einen recht hohen Schurwollanteil hat. Die Wolle hat sich auch sehr angenehm verstricken lassen, wenngleich an einigen wenigen Stellen das Garn unterschiedlich dick war. Knoten waren keine in den beiden Knäuel. Die Socken wurden inzwischen schon 2 oder 3 Mal gewaschen, sie waren ja bereits im September fertig. Ich kann keine Beeinträchtigung des Strickwerks durch das Waschen feststellen. Ich bin also wirklich zurieden, obwohl es "Billigwolle" war.



Das zweite Paar Socken, das ich im September gestrickt habe, sind "Tigerfüße" geworden.
Verwendet habe ich Opal Sockenwolle aus der Regenwaldkollektion, in der Farbe "Wonneproppen". Sie hat einen kurzen Farbverlauf, nein, eher Sprenkel, die verstrickt wie die Fellzeichnung eines Raubtieres wirken. Um diesen Effekt nicht zu zerstören, habe ich die Socken (wieder Größe 39 / 40) schlicht glatt-rechts gestrickt, sogenannte "Stinos" und lediglich eine Masche pro Runde links gestrickt, als "Dehnungsfuge", weil ich mir nicht sicher war, ob glatt-rechts gestrickte Socken nicht zu schmal für den mittelkräftigen Spann von Mamas Füßen sind. Es hat dann aber alles wunderbar gepasst.
(Das Nadelspieltäschchen auf dem rechten Foto hat eine Strickfreundin für mich genäht, damit ich nicht immer meine Nadeln verliere. Ich stricke ja vor allem auf der täglichen Zugfahrt zu Arbeit und wieder nach Hause)





Ich hoffe, sie gefallen euch und würde mich freuen, wenn ihr bald wieder reinschaut!

Viele Grüße,
Stardy





Blaue Flip-Flop und Sneaker

Hallo zusammen,


es ist schon wieder viel zu lange her, dass ich hier etwas geschrieben habe.
Das soll jedoch nicht heißen, dass ich untätig war. Ganz im Gegenteil.
Abgesehen von 3 Wochen Urlaub habe ich mal eben nebenbei meinen Abschluss an der Uni gemacht und mich auf den neuen Job eingearbeitet.
Und wie das bei mir immer so ist, wenn ich eigentlich lernen sollte: ich habe jede Menge gestrickt.
Diese Projekte möchte ich euch in den nächsten Tagen vorstellen.

Beginnen wir also mit dem Urlaubsprojekt.
Eine Freundin, ihres Zeichens selbst stricksüchtig, hatte mich gebeten, ihr ein Paar Socken zu machen.
Sie selbst strickt die tollsten Kreationen, die ich jedes mal bestaune und bewundere. Aber Socken sind ihr etwas suspekt und da ich auf dem Gebiet grade sehr interessiert bin, habe ich mich bereiterklärt.
Gewünscht waren ein Paar Kimono-Flip-Flop-Sneaker.... hä? Nochmal langsam!
Sneaker ist klar.... kurze Socken.
Flip-Flop.... geteilte Spitze, sodass sie die Socken nach dem Tauchen in ihre Flip-Flops anziehen kann, ist auch klar. Hier kam es zum ersten Problem: wie um alles in der Welt stricke ich eine geteilte Spitze???
Und Kimono?
Das sollte sich nach einem Foto, das sie mir geschickt hat, auch gleich klären.
Aber seht selbst; unten sie Kimono-Sneaker:



Den oberen Rand der Socke habe ich in Reihen gestrickt, kraus rechts, die dann überlappend zusammengestrickt und auf ein Nadelspiel verteilt wurden. Gar nicht so schwer :)
Ferse wie immer klassische Käppchenferse, Fuß wie immer.
Für den großen Zehen habe ich einige Maschen stillgelegt, einige Maschen am Zehensteg aufgestrickt, und erst die Spitze der restlichen Zehen gestrickt. Dann die Spitze für den großen Zehen gemacht. Es gibt hierfür einige Anleitungen im Internet und eigentlich ist es auch garnicht schwer. Eigentlich..... Wenn man sich nicht so dumm anstellt und die Abnahmen für die Spitze an der falschen Stele macht, sodass sich der Zehe verdreht ooops!
Also habe ich insgesamt 3 Socken gestrickt, bis ich 2 hatte, die akzeptabel waren.

Weil ich noch so viel Wolle übrig hatte, habe ich ihr aus dem Rest noch schnell ein paar Ringel-Sneaker  genadelt. Meine allerersten zweifarbigen Socken :)
Das Lochmuster habe ich mir bei beiden Paaren selbst ausgedacht.
Sie sind bereits Mitte September fertig gewesen....



Aktuell

Wichtige Änderungen ab 15.Juni 2025

Liebe Schläufchenpiekser, verehrte Kunden, seit 01.04.2025 ist die Wolle mein Haupterwerb, mein Brotjob, und nicht mehr ausschließlich Herze...